Moin, moin
da habt Ihr sie in der Hand, die erste „Martfeld Live" im Jahr 2021! Coronabedingt gab und gibt es erneut nicht viele Veranstaltungen, über die sich berichten ließe. Trotzdem ist allerhand passiert: Sandra Danowski hat direkt an der Kirchstraße ihren kleinen Laden eröffnet, Kinder und Erwachsene hatten große Freude an der ökumenischen Osterbrief-Aktion, der HVV macht mit den Arbeiten am Alten Pastorenhaus weiter - und für all jene, denen die Luft (am Rad) ausgeht, empfiehlt sich ein Besuch an der Fehsenfeldschen Mühle. Denn dort gibt es seit kurzem eine Lufttankstelle. Trotz der fehlenden Veranstaltungen gibt es also allerhand zu berichten: Deshalb hat die aktuelle „Martfeld Live" mit insgesamt 36 Seiten vier Seiten mehr als üblicherweise. Ich wünsche Euch allen viel Freude beim Lesen und einen schönen Sommer, in dem Corona nicht allgegenwärtig ist. Regine Suling-Williges

Redaktionsschluss
für die nächste "Martfeld Live" ist am 31.07.2021

 

Impressum
Internet: martfeld.de

 

Auflage:
1000 Stück

Verteilung:
kostenlos

Herausgeber und V.i.S.d.P.
G.d.S. Martfeld

Druck:
Brune-Mettcker Druck- und Verlagsgesellschaft mbH.
Parkstraße 8
26382 Wilhelmshaven

 

Redaktion & Layout
Regine Suling
Zur Maase 9a
27327 Martfeld
Mobil: 0175 - 2410675
E-Mail: regine.suling@mediacommunicate.de

Internet:
www.martfeld.de



Facebook:
www.facebook.com/Martfeld-Live



 

  Titel Heft 75 April 2021 Autor  
  Schöner schenken    
  Liebevoll gestaltete Werke    
  Mit einer Schiene ins Leben    
  Omnibus + Taxi    
  Bio-Milch aus Hollen    
  De Halfminsch   Hanna Bormann  
  Windkraft   Michael Albers  
  Porto ist auch arm   Algeth E. Weerts  
  15 Fragen   Ines Akinyemi-Kohlmann  
  Ines Akinyemi-Kohlmann    
  Wer bekommt das Haustier   Tobias Büscher  
  Die Pförtner Peimann und Wölcke   Henns Harries  
  Warten auf den Neustart   Christian Wolters  
  sonstiges    
  Schwangerschaftskursus    
  Tennis trotz Corona   Torsten Tobeck  
  Hans Gräpel und Marcel Pagels    
  Grieme Haustechnik    
  Logopädie in Martfeld    
  Das alte Pastorenhaus    
 

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xy

HVV mit vielen Planen und Projekten
Museumskonzept für das Alte Pastorenhaus geplant

75.34

Es geht weiter: Seit wenigen Wochen wird weiter am „Alten Pastorenhaus von 1535" an der Kirchstraße gewerkelt. „Die vorbereitenden Arbeiten für die Lehmverfachung laufen schon", berichtet Anton Bartling, erster Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV) Martfeld. Die Ausschreibung für das Dach befindet sich in der Vorbereitung; dann kommen die Fenster und Türen hinein. Außerdem hat der HVV gerade einen Spendenaufruf gestartet, damit die Besucherinnen und Besucher ihre Füße einmal auf original Sandsteinplatten setzen können. „Parallel dazu arbeiten wir am Museumskonzept", verrät Anton Bartling. Es sei von Beginn an klar gewesen, „dass wir da nicht Pötte und Pannen reinstellen. Wenn man so ein Juwel hat, dann muss da auch etwas Ordentliches rein, damit die Leute auch mit einem nachhaltigen Eindruck wieder wegfahren", sagt der Vorsitzende.
Die Beschaffung weiterer Fördergelder sei jedoch die Voraussetzung, um ein ansprechendes Konzept in die Tat umzusetzen. Erste, aber noch keine spruchreifen Ideen gebe es bereits, so Bartling. Der HVV-Vorstand hat derzeit im Hintergrund viel mit dem Alten Pastorenhaus zu tun: ein Imagefilm gehört genauso dazu wie das Abschließen notwendiger Versicherungen oder auch die Kontaktaufnahme mit dem Kreismuseum Syke, um eine mögliche Zusammenarbeit auf die Beine zu stellen.
„Die Beschaffung finanzieller Mittel ist aber derzeit die zentrale Frage", macht Anton Bartling deutlich. Er hofft hierbei beispielsweise auf die Unterstützung von Stiftungen. Auch sonst hat der HVV viele Aktivitäten in Vorbereitung: „Wir haben eine Kooperation mit der Grundschule entwickelt, um dort Angebote in Form einer Arbeitsgemeinschaft (AG) zu machen", sagt der HVV-Vorsitzende. Dazu gehört eine Foto-AG genauso wie das Boulespielen oder das Erarbeiten der Geschichte von Martfeld in mehreren Arbeitsblättern und eine Führung durch den Ort, die den Schülerinnen und Schülern zeigt, wo früher die Kinder zur Schule gingen oder wo es Läden gab. Darüber hinaus strebt der HVV ein Netzwerk mit vielen anderen Vereinen und Institutionen an, um Heranwachsenden den Weg in die Gemeinschaft zu ebenen. Gedacht ist dabei an den Kindergarten, die Grundschule und die Vereine, die Jugendarbeit machen.
„Wir wollen die Erwachsenen dazu bekommen, dass sie sich um die Kinder und Jugendlichen kümmern", macht Anton Bartling die Idee des Projekts deutlich, das auf den Wissenschaftler Gerald Hüther und seinen Gedanken der „kommunalen Verantwortung" zurückgeht. Daneben will der HVV an seiner Chronik arbeiten, die Martfeld in den Jahren 1933 bis 1945 beschreibt. „Dieses Projekt schlummert noch, dafür gibt es noch kein Team", sagt Anton Bartling. Die Chronik befand sich in Vorbereitung - „und dann kam Corona."
Dieses Projekt soll möglichst bald genauso an Fahrt aufnehmen wie eine für Martfelder Vereinsvorstände geplante Schulung, in der es um das Thema Satzung und Versicherungen gehen soll. „Das haben wir jetzt auch schon zum zweiten Mal verschoben", sagt Anton Bartling. Denn für viele Veranstaltungen und Projekte sei es unerlässlich, sich persönlich zu treffen und gemeinsam an Themen zu arbeiten.

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Verstärkung gesucht
Ganzheitliches Angebot bei „Logopädie in Martfeld"

75.31

Pia Rodekohr (links) und Carolin Wolters
Die Praxis „Logopädie in Martfeld" von Carolin Wolters sucht personelle Verstärkung: Ob als Minijob, in Teil- oder Vollzeit - wer eine logopädische Ausbildung besitzt und sich beruflich weiterentwickeln will, kann sich an Carolin Wolters wenden. „Ich bin für Gespräche jederzeit offen", sagt die Praxisinhaberin.
Ihre Kollegin Pia Rodekohr hat ihr logopädisches Studium gerade abgeschlossen und steigtjetzt verstärkt in die Praxisarbeit ein. „Ich bin sehr dankbar, dass Pia mich so unterstützt, da ich gerade in Elternzeit bin", sagt Carolin Wolters. Gemeinsam fördern die beiden Logopädinnen Kinder und Erwachsene sprachlich. Patienten mit Sprach-, Sprech- und Schluckproblemen, die unter Krankheitsbildern wie Schlaganfall, Multipler Sklerose oder Parkinson leiden, behandeln die Logopädinnen genauso wie Menschen, die mit Gesichtslähmungen, Stimmproblemen nach einer Operation, Räusperzwang oder heiserer Stimme konfrontiert sind. Die Behandlungen finden dabei nicht nur in der Praxis, sondern auch zuhause oder im Seniorenheim statt. Das Einzugsgebiet reicht dabei über die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen hinaus bis nach Wechold und Hilgermissen. Die Therapeutinnen bilden sich stetig fort, um ihren Patienten die bestmögliche Unterstützung bieten zu können. Zudem integrieren sie immer wieder neues Material wie beispielsweise i-Pads in ihre Arbeit.
Carolin Wolters hofft, dass die gute Zusammenarbeit mit den Schulen und Kindergärten auch nach der Pandemie bestehen bleibt, um die Kinder ganzheitlich zu fördern. „Dann könnten wir zum Beispiel in Zusammenarbeit mit den Lehrern und Erziehern Förderkonzepte für einzelne Kinder erarbeiten", nennt die Praxis-Inhaberin eines ihrer Ziele. Denn viele Kinder litten heute nicht nur unter reinen Sprachfehlern, die man durch eine logopädische Behandlung beheben könne. „Sie haben außerdem oft Konzentrationsschwierigkeiten oder eine beeinträchtigte Merkfähigkeit", weiß Carolin Wolters. Hinzu komme der Leistungsdruck. „Deswegen arbeiten wir ganzheitlich, um das beste Ergebnis für den Patienten zu erreichen", erklärt die Logopädin, die alle notwendigen Corona-Schutzmaßnahmen ergriffen hat und daher zu fast jeder Zeit der Pandemie Behandlungen ermöglichen konnte. Sie und ihre Kollegin sind jederzeit persönlich in der Praxis oder telefonisch erreichbar. „Wir freuen uns überjeden Patienten, der zu uns kommen möchte und wir versuchen allen, so schnell wie möglich gerecht zu werden", verspricht Carolin Wolters.

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Neu in Manfeld: Grieme Haustechnik
Udo Grieme übernahm Betrieb von Jürgen Rosenhagen

75.30

„Zum 1. Januar habe ich meinen Betrieb übergeben", freut sich Jürgen Rosenhagen. Der Elektro- sowie Gas-und Wasserinstallateurmeister ging mit 69 Jahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Udo Grieme aus Oiste, der dort bereits einen eigenen Betrieb hat und daher auch in Martfeld unter „Grieme Haustechnik" firmieren wird.
„Wir hatten immer schon Berührungspunkte und haben uns gegenseitig ausgeholfen", sagt Jürgen Rosenhagen und freut sich darüber, dass die stetige Kooperation jetzt in einer Betriebsübergabe mündete. „Beide Standorte, die gewohnten Ansprechpartner und auch die Telefonnummern bleiben erhalten", unterstreicht Udo Grieme. Die drei Mitarbeiter von Jürgen Rosenhagen, von denen zwei mehr als 30 Jahre im Unternehmen sind, sind auch weiterhin wie gewohnt für die Kunden da. Und noch dazu bringen sie in die Haustechnik-Firma von Udo Grieme zusätzliche Fachkenntnisse und Arbeitsschwerpunkte ein:
„Unser Tätigkeitsbereich erweitert sich damit um Rohrleitungsverlegung im Bereich der Drucklufttechnik und den Einbau von Wärmepumpen", erläutert Udo Grieme. Dabei kann er bei Bedarf auch weiterhin auf die Unterstützung von Jürgen Rosenhagen zählen. „Wenn ich gefragt werde, werde ich nicht Nein sagen", erklärt der frisch gebackene Rentner. Genau wie seinem Nachfolger Udo Grieme ist und war es auch Jürgen Rosenhagen wichtig, dass seine Kunden immer kompetent beraten werden. Ein Punkt, der immer komplexer wird. „Daher empfehlen wir, dass man als erstes einen Gebäudeenergieberater zu Rate zieht, wenn man große Maßnahmen umsetzen will, die Energie einsparen sollen", sind sich beide Experten einig.
Sei die Beratung erst einmal erfolgt, „können wir mit unserem Know-how einsteigen und unseren Teil dazu tun, um fürjeden Kunden das Beste herauszuholen", sagt Udo Grieme. Wenn es um die Beantragung von staatlichen Zuschüssen im Rahmen solch einer Maßnahme geht, ist Griemes Team ebenfalls behilflich. Insgesamt zählt das Unternehmen „Grieme Haustechnik" ab sofort zehn Beschäftigte und hat damit eine schlagkräftige Größe.

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Im Fokus: Gebäude mit Geschichte
Hans Gräpel und Marcel Pagels sanieren Schmuckstücke

75.28

Alte Schönheiten in neue Schmuckstücke zu verwandeln: Darauf haben sich Hans Gräpel und Marcel Pagels mit ihrem Team spezialisiert.
Ganz besonders alte Gebäude sind es, auf deren Sanierung sich Hans Gräpel und Marcel Pagels spezialisiert haben. 2019 machten sich die beiden Zimmerermeister selbstständig und sind heute gemeinsam als Gräpel und Pagels Zimmerei und Holzbau GmbH & Co. KG mit drei Gesellen zwischen Bremen und Nienburg im Einsatz, um aus Gebäuden mit Geschichte neue Schmuckstücke und Hingucker zu machen.
„Im Landkreis Nienburg haben wir einen alten Schafstall komplett saniert, das Fachwerk überarbeitet, bis hin zur Dachdeckung alle Arbeiten übernommen und ein Wohnhaus daraus gemacht", freut sich Marcel Pagels. Der 26-Jährige Zimmerermeister und Betriebswirt im Handwerk machte sich gemeinsam mit Hans Gräpel 2013 erst im Neben- und im Jahr 2019 schließlich im Vollerwerb selbstständig, weil die Nachfrage immer größer wurde.
Aus Kollegen wurden damit Geschäftspartner. „Wir beherrschen das gesamte Repertoire", sagt Hans Gräpel. „Wir machen Spezial-, Altbau- und Fachwerksanierungen, Einblasdämmungen und kümmern uns um energetisches Bauen." Dazu können die beiden Fachleute auf ein Netzwerk aus Architekten und Gebäudeenergieberatern zurückgreifen. „Wir haben die richtigen Kontakte", sind sich die beiden einig. In Dedendorf halten sie in einer eigens zu diesem Zweck angemieteten Halle historisches Fachwerk und abgelagertes Holz vorrätig, um stets ausreichend passendes Material für ihre Sanierungsprojekte zu haben.
„Wir machen aber auch komplette Neubauten, zum Beispiel in Holzrahmenbauweise", sagt Hans Gräpel. Dabei übernehme das Unternehmen unter anderem die Zimmerer- und Dämmarbeiten. Der 33-Jährige bringt auf den Punkt, warum gerade Sanierungen einen Schwerpunkt ihres Einsatzgebietes bilden: ,.Das haben wir gelernt, darin sind wir groß gewor¬den." Und das bringe beiden besondere Freude, denn: „Es hat Charme, Altes wieder aufleben zu lassen." Sein Kollege Marcel Pagels fügt an: „Es ist spannend, alte Holzverbindungen wieder instand zu setzen, die vor langer Zeit gemacht wurden." Auf gutes Handwerk legen die beiden jungen Meister wert, von der Stange gibt es bei ihnen nichts. Vielmehr sind individuelle und auf den Kunden abgestimmte Sanierungen Trumpf.

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Tennis trotz Corona
Sparte Tennis im TSV Martfeld startet wieder

75.28

Der Tennissport gehört zu einer der ganz wenigen Sportarten, die auch während der Corona-Pandemie gespielt werden durfte und auch weiterhin gespielt werden darf.
Voraussetzung dafür ist natürlich die Erstellung eines Hygienekonzeptes und die zwingende Einhaltung folgender Hinweise:
1. Der Mindestabstand zu anderen Spielern von mindestens 1,5 Meter muss durchgängig, also beim Betreten und Verlassen des Platzes, beim Seitenwechsel und in den Pausen eingehalten werden.
2. Die Spielerbänke sind mit einem genügenden Abstand (mindestens 1,5 Meter) zu positionieren.
3. Auf den bisher obligatorischen Handschlag wird verzichtet.
4. Die Nutzung der Klubgaststätten richtet sich nach den jeweils gültigen gesetzlichen Verordnungen für die Gastronomie.
5. Die Nutzung von Sanitäranlagen richtet sich nach der jeweils gültigen gesetzlichen Bestimmung. Desinfektionsmittel werden zur Verfügung gestellt. Es sind ausschließlich Einweg-Papierhandtücher zu verwenden.
6. Der Trainingsbetrieb und die Durchführung der Mannschaftsspiele erfolgen ebenfalls unter Berücksichtigung der unter Ziffer 1 bis 5 genannten Bedingungen.
7. Jeder Verein benennt einen Corona-Beauftragten zur Sicherstellung aller Vorschriften.

Bereits im letzten Jahr zeigten die Nutzer unserer Tennisanlage eine sehr gute Disziplin. Die Platzaufbereitung, bei der üblicherweise bis zu 20 Personen gleichzeitig auf der Anlage sind, erfolgte maximal in Zweiergruppen oder auch allein. Während der Spielzeiten gab es trotz recht intensiver Nutzung der Plätze keinerlei Probleme mit der Einhaltung der vorgegebenen Regelungen. Nach Ende der Freiluftsaison wechselten dann einige Aktive in die Halle nach Bruchhausen-Vilsen. Leider wurde diese dann geschlossen!
Da die Tennishalle der TG Thedinghausen (vereinseigene Halle) weiterhin geöffnet hat, verlagerte sich der Spielbetrieb zum Teil dorthin. Besonders unglücklich ist die Lage für den Nachwuchs in unserer Sparte. Das Training musste im Oktober eingestellt werden. Vereinsaustritte waren aber zum Glück nicht sonderlich zu verzeichnen. Ziel ist es natürlich, das Training in den verschiedenen Gruppen ab Ende April wieder aufzunehmen. Aktuell stehen wir wieder in der Phase der Platzaufbereitung für die Sommersaison.
Mehrere Tonnen Tennissand müssen von Hand abgetragen werden. Anschließend werden die Plätze wieder von Hand gleichmäßig besandet. Danach sorgen regelmäßiges Abwalzen, Wässern und Abziehen für hoffentlich gut bespielbare Plätze. Hier sind insbesondere die Künste und das gute Auge unseres Platzwartes Michael Gläser gefragt. Saisoneröffnung ist voraussichtlich am 24./25.04.21 - natürlich weiterhin unter Einhaltung der dann geltenden Corona-Bestimmungen. Auch der Punktspielbetrieb soll, nachdem im letzten Jahr viele Vereine ihre Mannschaften abgemeldet haben, wieder aufgenommen werden.
Wir haben wieder zwei Herren40 und ab diesem Jahr auch eine Herren30 am Start. Los geht es mit den Spielen dann ab Anfang Mai. Wir hoffen, dass dann auch wieder Doppel gespielt werden darf. Gerne begrüßen wir auch Interessierte und Zuschauer auf unserer Anlage. Weitere Infos zur Sparte Tennis gibt es bei der Spartenleitung.

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Schwanerschaftskursus
Sabrina Kramer bietet ab Mai DELFI-Kurse und Schwangerschaftsyoga in Martfeld an

75.15

„Vielen jungen Müttern fehlt aktuell der Austausch untereinander", weiß Sabrina Kramer aus den Gesprächen, die sie derzeit mit frisch gebackenen Eltern führt. Zumindest in Martfeld soll sich das demnächst ändern: Denn die 30-Jährige bietet ab Mai immer am Donnerstagvormittag einen DELFI- sowie auch einen Schwanger- schafts-Yoga-Kurs im Martfelder Gemeindehaus an.
Die DELFI-Kurse sind Eltern-Kind-Kurse, bei denen das gemeinsame Erleben im Vordergrund steht. DELFI steht für Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen, Individuell. Und darum soll es bei den insgesamt zwölf Terminen ä 75 Minuten auch gehen. „Wir halten uns dabei strikt an alle geltenden Abstands- und Hygieneregeln", betont die Martfelderin. Matten, Decken und Kissen müssen die Eltern daher mitbringen. Die ausgebildete DELFI-Kursleiterin will darüber hinaus Fragen rund um Beikost und Stillen beantworten, aber auch Spielideen und vor allem die Plattform für einen Austausch untereinander bieten. Auch Bestandteile aus der Rückbildungsgymnastik möchte sie in ihre Kurse integrieren, sagt die zweifache Mutter.
Der Schwangerschaftsyoga-Kurs umfasst zehn Termine. Wer Interesse an einem der Kurse hat, erreicht Sabrina Kramer unter Tel. 0174/3998999 oder per E-Mail an Delfi-Kurse@web.de

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Eine Ladung Luft, bitte!
Neu: Luft-Tankstelle an der Fehsenfeldschen Mühle

75.11

Bruchhausen-Vilsen hat sie schon lange, Schwarme hat sie, und Hartfeld hat sie nun auch: die Luft-Tankstel¬le. Sie wurde in der Zufahrt zur Fehsenfeldschen Mühle installiert. Das Hinweisschild steht, ebenso die Verankerung für die Pumpe, die Pumpe und das für eine Reparatur not¬wendige Werkzeug ebenfalls. Aber über den Standort wird bereits diskutiert: Wäre es nicht sinnvoller gewesen, die Pumpe an der Schule oder im Zentrum zu installieren? Oder spielte die Nähe zum ausgeschilderten Radweg der „Überlandtour" eine Rolle? Die „Überlandtour" biegt in der Nähe von der Kirchstraße in Richtung Feldmühle ab. Sehen kann man das Schild „Luft-Tankstelle" an der Abzweigung allerdings nicht. Da würde ein Hinweisschild sicherlich helfen.
Auch die Route „Mühlenspuren" führt an der Luft-Tankstelle vorbei. Sie ist aber nicht auf allen Wegweisern als solche ausgeschildert.

Keine Impf-Aktion bei Matthias Griebner

75.15

Zusätzlich zu den Impfzentren sollen auch die Hausarztpraxen sogenannte Corona-Impfungen anbieten. So sollen alle Praxen pro Woche zunächst Impfstoff für etwa 20 Patienten zugeteilt bekommen. Im Gespräch mit unserem hiesigen Hausarzt Matthias Griebner machte dieser deutlich, dass er sich nach intensiver Überlegung und in Absprache mit seinem Praxispersonal entschlossen habe, sich derzeit nicht an der Impfaktion zu beteiligen.
„Das gesamte Verfahren um den Impfprozess ist unglaublich aufwendig und zeitaufwendig für eine solch kleine Praxis, wie wir es sind", so Matthias Griebner. Zum Beispiel könne der Impfstoff eben nicht einfach verimpft werden, sondern müsse speziell vorbereitet und verarbeitet werden. Zudem sei um die Impfung herum ein bürokratischer Mehraufwand nötig, der schlichtweg zu aufwendig sei, um neben der normalen Grundversorgung der Patienten „mal eben mitgemacht werden zu können." Neben den ersten Impfterminen müsste auch eine Organisation der Zweitimpfungen inklusive Terminplanungen geplant und umgesetzt werden. Ein entscheidendes Argument für Hausarzt Griebner stellt jedoch auch die Auswahl der Patienten dar, die in den Genuss einer Impfung kommen sollen. „Auch wenn es eine Prioritätenliste gibt, muss letztlich ich als Arzt entscheiden, wer eine der 20 Impfungen pro Woche bekommt und wer eben nicht!" Hier möchte Griebner auch seine Mitarbeiterinnen schützen, die zum Beispiel am Empfangstresen die ersten Ansprechpartner für Patienten sind, letztlich aber auch mögliche Enttäuschung von abgewiesenen Impfwilligen abbekommen würden.
Der derzeitige Rahmen und die aktuellen Bedingungen um die Corona-Impfungen in Hausarztpraxen stellen sich für Matthias Griebner als nangemessen aufwendig und somit für seine Praxis als unpraktikabel dar, sodass er sich nach der zeitigem Stand nicht an den Impfungen beteiligt. Die Argumente unseres Arztes in Martfeld dürften für die Verantwortlichen in Berlin und Hannover nicht neu sein und werden sicherlich von vielen Hausärzten geteilt. Sind wir mal gespannt auf die weitere Entwicklung ...
Michael Albers

Martfeld-Live leserin

75.3

Dass die „Martfeld Llve" auch in der Ferne gelesen wird, beweist Ingrid Schlender (Bild), die 1960 in Martfeld konfirmiert worden ist und in Aerzen lebt. Um zu wissen, was in der alten Heimat passiert, hat sie die Wochenend-Ausgabe der Kreiszeitung abonniert und greift zudem immer gerne zur „Martfeld Live". Ihr Bruder Hans-Hermann Bauer ist nach wie vor in Martfeld zuhause.
Ingrid Schlender freut sich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten: „Ich bin zur verschobenen Diamantenen Konfirmation eingeladen worden. Und auch zu einigen Familien aus der Nachbarschaft habe ich noch gute Kontakte", berichtet sie.

Fester Boden unter den Füßen

75.27

In der Kirchstraße 13 in Martfeld tut sich was. Wer bei nicht gerade frühlingshaften Temperaturen doch mal einen Spaziergang wagt, der sollte seine Route unbedingt am „Alten Pastorenhaus von 1535" vorbeiführen. Nahezu täglich verändert sich das Bild des Hauses.
Der Zimmerer Tassilo Turner und sein Team sind dabei, Vorbereitungen für die Gefache zu schaffen. Die Staken sind eingesetzt worden, die anschließend mit Lehm verschmiert werden sollen.
Nichtsdestotrotz gehen die Planungen des Teams im HVV für die Innenausstattung weiter. Wie immer, wenn man ein Haus betritt - der erste Eindruck zählt! Ein solider Boden gibt Halt für jeden, der auf ihm steht.
Wir benötigen erneut eure tatkräftige Unterstützung, denn wir brauchen festen Boden unter den Füßen! Schaut nach Sandsteinplatten (Maße 30x30cm oder 50x50cm oder 80x80cm, Dicke 3-5cm, Farbe am liebsten gelblich/gräulich ansonsten rötlich) für den neuen Fußboden in Pastorshus. Auf der Diele, im Schuppen oder Stall liegen bestimmt noch alte Sandsteinplatten, die bei der einen oder anderen Aufräumaktion verschont geblieben sind. Sind es auch nur wenige - das spielt keine Rolle! Jede Steinplatte, egal welcher Größe, findet ihren Platz im Haus. Zusammengetragen können sie den gesamten Fußboden von Pastorshus zieren. Bitte meldet euch gern bei bei Susanne Till.
Unterstützt bitte unsere Arbeit, denn die Kosten übersteigen trotz öffentlicher und privater Zuwendungen unsere Mittel und Möglichkeiten.
Danke für euren tatkräftigen Einsatz!

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Warten auf den Neustart
Die Kinderfeuerwehr Martfeld-Schwarme

75.26

Etwas mehr als ein Jahr ist sie nun schon alt: die erste Kinderfeuerwehr der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. Auch wenn das Gründungsjahr, wie so vieles, anders lief als geplant, war der erste Geburtstag Grund genug zurückzublicken.
Seit dem 1. Januar 2020 bestehen die Löschfüchse offiziell. Ein motiviertes Betreuerteam, welches nicht nur aus aktiven Feuerwehr- frauen und -männer besteht, fand sich zusammen. Unter der Leitung von kiara Bösl wurde das umfangreiche Konzept auf die Beine gestellt. „Es hat wirklich Spaß gemacht.", erinnert sich die Schwarmerin zurück, „mit unseren Ideen sind wir auf viele offene Ohren gestoßen. Zusammen mit der Jugendfeuerwehr haben wir nun eine wirklich umfassende Nachwuchsarbeit."
„Schon vor einigen Jahren gab es Ideen zur Kinderfeuerwehr", erinnert sich Martfelds Ortsbrandmeister Heiner Rahlmann. Umso glücklicher seien die Ortsfeuerwehren Hustedt, Kleinenborstel, Martfeld und Schwarme, dass es 2020 endlich geklappt hat. Mit einem erfolgreichen Schnupperdienst startete die Kinderfeuerwehr Martfeld-Schwarme im Januar vergangenen Jahres. Über 20 interessierte Kids zwischen sechs und zehn Jahren schauten im Schwarmer Feuerwehrhaus vorbei. Auch der zweite Dienst, bei dem vor allem das Feuerwehrhaus und natürlich auch die Fahrzeuge im Vordergrund standen, stieß auf großes Interesse. Aber auch das Kennenlernen untereinander kam nicht zu kurz.
Viel geplant war für den weiteren Jahresverlauf. Highlight sollte die offizielle Gründungsfeier im Juni in Martfeld sein. Leider mussten auch bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren alle Veranstaltungen abgesagt werden. „Das liegt an dem doofen Corona-Virus", schrieb kiara Bösl den motivierten Kindern in einem Brief. Ziemlich schnell wurde klar, dass es bis zum nächsten Dienst noch länger dauern könnte. Ideen sind aber genug vorhanden: „Von einer Rallye, über die großen Feuerwehrautos bis hin zum Besuch des bekannten Kreiszeltlagers der Jugendfeuerwehr haben wir noch viele Planungen in der Schublade.", bestätige Bösl. „Wir mussten uns etwas überlegen, dass wir nicht gleich wieder vergessen werden.", berichtet kiara weiter „zur Adventszeit aben wir unseren Kindern daher ein paar Ideen für die Freizeitgestaltung nach Hause geschickt." Von Basteltipps bis hin zu Feuerwehrwissen war so einiges dabei. „Als besondere Überraschung gab es für die Mitglieder eine eigene Löschfüchse-Mund-Nasenmaske."
Gespannt warten nun alle darauf, dass die Masken stolz ausgeführt werden dürfen ... „Bis wir den Dienstbetrieb wieder aufnehmen dürfen, wird es noch einige Zeit dauern", stellt die Leiterin der Kinderfeuerwehr weiter dar, „wir warten gespannt und natürlich vorbereitet." Dass die Kinderfeuerwehr eine wichtige Sache ist, da sind sich bis heute alle einig. So wartet das Betreuer-Team gespannt auf die Wiederaufnahme des Dienstbetriebs.
Zufrieden sind die Verantwortlichen trotz des Verlaufs des Jahres 2020. „Die derzeit noch 14 interessierten Kinder sind ein großes Lob für unsere Arbeit.", freut sich kiara abschließend, „dennoch müssen wir realistisch sein und wissen, dass wir noch einmal fast von vorne anfangen müssen." Die Unterstützung der Ortsfeuerwehren und auch der Jugendfeuerwehr Schwarme und Umgebung ist auf jedenfalls weiter vorhanden: Nachwuchsarbeit ist eine der wichtigen Aufgaben der Feuerwehren. Die Hoffnung liegt nun auf einem Neustart, der keiner sein soll...

Osterüberraschung gelungen
Ortsfeuerwehr Martfeld beschenkte viele Kinder

Philipps und Carotin (von links) freuten sich genauso wie Annika und Finn über die bunten Tüten. Hinten (von links) sind Uwe Staack und Heiner Rahlmann zu sehen
75.23
Das stürmische Wetter hielt einige Kinder am Ostermontag nicht davon ab, zum Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Martfeld zu kommen. Ortsbrandmeister Heiner Rahlmann und sein Stellvertreter Uwe Staack gaben dort bunte Ostertüten voller Süßigkeiten an die Kinder aus.
Die freuten sich sichtlich über diese besondere Aktion, die das Versicherungsbüro Rahlmann und Rahlmann-Immobilien sponserten, damit die Feuerwehr einen Nachmittag lang zum Unterstutzer des Osterhasen werden konnte - und an trüben Feiertagen für gute Laune.

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Die Pförtner Peimann und Wölcke
Amtshäuser in Hoya und Bruchhausen wurden von Martfeldern bewacht

75.24

Seit Jahrhunderten wird der Beruf des Pförtners ausgeübt. Ob bei Klöstern, Schlössern, Amtshäusern oder in der Neuzeit auch bei anderen öffentlichen Gebäuden oder Wirtschaftsunternehmen. Wer die Gebäude bzw. das Gelände betreten möchte, muss seine Zutrittsberechtigung bei den entsprechenden Personen nachweisen.
Aber nicht nur die Zutrittskontrolle und der Empfang von Besuchern oder Mitarbeitern gehört zum Aufgabenbereich des Pförtners, sondern auch die Wareneingangs- und -ausgangskontrolle, die Sonderbewachung, die Taschenüberprüfung oder die interne Schlüsselverwaltung. Zuvorderst ist er für Außenstehende jedoch erster Ansprechpartner. In Martfeld gab es nie ein Kloster, Schloss oder Amtshaus. Trotzdem sind uns zwei Personen aus der hiesigen Gemeinde bekannt, die den obigen Beruf ausgeübt haben. Wie sie zu diesem Posten gekommen sind, bleibt uns wohl bis in alle Ewigkeit verborgen.
Hinrich Peimann wurde 1704 in Loge geboren und erbte später von seinem Vater den dortigen Brinksitz Nr. 9. Er heiratete in erster Ehe Catharine Dorothee Schäfer aus Hassel und nach ihrem Tod Lücke Elisabeth Wolters. Mit seiner Familie bewirtschaftete er bis Anfang der 1740er Jahre den elterlichen Hof. Zumindest wurden ihm in Loge bis 1740 zwei Kinder in der ersten Ehe und vier Kinder in der zweiten Ehe geboren. Danach verlieren wir seine Spur in Loge. 1743 wird das nächste Kind geboren und in Hoya getauft. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits als Pförtner im Amtshaus angestellt. Dies ist beim Taufeintrag zwar nicht explizit aufgeführt, jedoch wird in der Martfelder Kirchenvisitation vom 7. August 1744 erwähnt, dass er als Pförtner in Hoya lebte. Er wird sicherlich im vorderen Bereich der alten Schlossanlage eine Wohnung für sich und seiner Familie erhalten haben. Wer in dieser Zeit seinen Loger Hof bewirtschaftet, wissen wir nicht. Es ist in der vorgenannten Kirchenvisitation nur vermerkt, dass dort ein Häusling wohnte.
1745 und 1748 gebar ihm seine Frau noch zwei weitere Kinder. Danach finden wir auch in Hoya keine weiteren Zeugnisse von ihm. Seine Frau starb 1757 wieder in Loge. Über den Ort und Zeitpunkt seines Ablebens haben wir bisher keine Informationen. Weder im Hoyaer noch im Martfelder Kirchenbuch ist sein Begräbnis eingetragen. Vielleicht befand er sich mit seinem ältesten Sohn an einem anderen Ort. Denn von diesem kennen wir auch nur seine Ehefrauen Nummer 3 und 4. Daher ist anzunehmen, dass der Sohn in den ersten beiden Ehen auswärts verheiratet war und sein Vater vielleicht bei ihm wohnte und auch auswärts verstarb. Weitere Forschungen werden hoffentlich weitere Erkenntnisse bringen.
Ein weiteres Martfelder Gemeindemitglied war als Pförtner in Bruchhausen angestellt. Reincke Wölcke erblickte 1715 das Licht der Welt. Leider werden im Martfelder Kirchenbuch erst ab 1727 zumindest die Väter angegeben. Daher können wir seinen Vater nicht mit Gewissheit benennen. Einen Verdacht habe ich trotzdem. Ein Reincke Wölcken ehelichte am 12. Dezember 1715 in Eitzendorf Catharina Schumacher. Ansonsten sind in diesem Traueintrag keine weiteren Details aufgeführt. Aber weder der Familiename Wölcke(n) noch Schumacher sind in jener Zeit in Eitzendorf beheimatet. Somit müssten beide Personen von außerhalb stammen. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass der 1715 geborene vermeintliche Sohn Reincke bereits im Februar 1715 getauft wurde. Trotzdem könnte es sich hier um Vater und Sohn handeln, wenn der Vater vorher bereits verheiratet gewesen und die Mutter kurz oder während der Geburt gestorben war. Dies sind bisher jedoch nur Spekulationen.
Verhärtet wird meine These dadurch, dass der ältere Reincke Wölcken später als Pförtner beim Amtshaus in Freudenberg bei Bassurn tätig war. Erstmals taucht er 1727 dort auf. In jenem Jahr verstirbt seine namenlose Frau im Alter von 49 Jahren. Sie wäre somit 1678 geboren worden und könnte daher mit der obigen Catharina Schumacher identisch sein. Reincke Wölcken verheiratete sich daraufhin wieder (nach nur zweimonatiger Trauerzeit!) und wurde nochmals Vater von vier Kindern. 1745 verstirbt er schließlich in Freudenberg, 57 Jahre alt.
Doch zurück zum Martfelder Reincke Wölcke. Dieser war erst Häusling in Martfeld und heiratete Margarethe Alheit Homfeld. Nach sechs Jahren verzog er für kurze Zeit nach Loge. 1753 taucht er dann als Pförtner in Bruchhausen auf. Doch bereits 1758 verstarb er und hinterließ eine Witwe mit mindestens fünf Kindern. Während sich ein Sohn 1766 in Vilsen mit einer Händlertochter aus Otterndorf im Land Hadeln vermählte, verzog die Witwe mit den anderen Kindern wieder nach Martfeld. Hier lebte sie wahrscheinlich bei der Familie ihres zweiten Sohnes Johan Albert, der in den Kirchenbüchern als pensionierter Musketier aufgeführt wird. Sie erlebte die Geburt von fünf Enkelkindern bis sie 1780 verstarb. Damit enden die Daten und Informationen über zwei Pförtnerfamilien aus der Martfelder Gemeinde.

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Wer bekommt das Haustier nach der Trennung?

75.22

Wenn Paare sich trennen, stellt sich oft die Frage, bei wem das Haustier bleibt und ob der andere Partner auch nach der Trennung noch Kontakt zu dem Tier haben darf.
Rechtlich zu unterscheiden ist dabei, ob das Paar verheiratet war oder nicht. War das Paar verheiratet, so wird über das Tier nach den Vorschriften der Hausratsteilung bestimmt, was sicher etwas merkwürdig anmutet. Kann dabei einer der Ehepartner nachweisen, dass er Alleineigentümer des Tieres ist, so kann er das Tier für sich beanspruchen. Wer Eigentümer des Haustieres ist, ergibt sich aus einer Gesamtschau aller Umstände. Von Bedeutung ist dabei etwa, wer das Tier gekauft oder geschenkt bekommen hat, aber nicht nur. Ist keiner von beiden Ehepartnern nachweislich Alleineigentümer des Tieres, so wird gemeinsames Eigentum der beiden Ehepartner angenommen.
Wem in diesem Falle das Tier zugesprochen wird, ist nach sogenannten Billigkeitskriterien (gerecht und angemessen) unter Berücksichtigung des Tierwohls zu ermitteln. Zu diesen Kriterien gehören etwa die bestehende persönliche Bindung zwischen Mensch und Tier, die Möglichkeiten zur Versorgung und Betreuung sowie der artgerechten Unterbringung des Tieres.
Umstritten ist, ob der andere Ehepartner, dem das Haustier nicht zugesprochen wird, ein Umgangsrecht mit dem Haustier hat. Dies wird teils bejaht. Die Mehrheit der Gerichte lehnt dieses jedoch ab, da es hierfür keine Anspruchsgrundlage gebe. Auch könne man das Umgangsrecht mit einem Kind nicht ohne Weiteres auf den Umgang mit einem Haustier übertragen, da sich ersteres am Wohl des Kindes orientiere und nicht vorrangig der Befriedigung der emotionalen Bedürfnisse des umgangsberechtigten Elternteils diene.
Selbstverständlich ist es den getrennte Wege gehenden Ehepartnern möglich, dennoch ein Umgangsrecht mit dem Haustier zu vereinbaren, etwa in einer Scheidungsfolgenvereinbarung. Vereinbart werden kann hier auch ein Wechselmodell, wonach das Haustier etwa eine Woche bei dem einen und die andere Woche bei dem anderen Ehepartner lebt. Etwas anders ist die Rechtslage bei einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Hier gelten die Regelungen über die Verteilung des Hausrats gerade nicht. Diese gelten nur im Rahmen der Ehescheidung. Ist das Haustier nachweislich Alleineigentum einer der beiden sich trennenden Partner, so verbleibt das Tier bei diesem. Der alleinige Eigentümer kann das Tier von dem anderen herausverlangen, sofern letzterer das Tier noch in seinem Besitz hat. Ein Umgangsrecht für den Nichteigentümer besteht nicht, dieses kann aber natürlich einvernehmlich vertraglich vereinbart werden.
Besteht bei unverheirateten Paaren gemeinsames Eigentum an dem Tier, bilden diese rechtlich eine sogenannte Gemeinschaft nach Bruchteilen an dem Tier. Die Partner müssen sich nach der Trennung einigen, bei wem das Haustier zukünftig leben soll, ob sich beide abwechselnd um das Tier kümmern oder ob einer von beiden alleiniger Eigentümer des Haustieres werden soll. Beide Ex-Partner sollten sich hier zum Wohle des Tieres kompromissbereit zeigen. Gelingt eine Einigung jedoch nicht, kann letztlich nur das Gericht über die Zuweisung des Haustieres entscheiden. Hier sollte das Gericht im Rahmen seiner Ermessensentscheidung u.a. berücksichtigen, wer bislang die Kosten des Tieres getragen hat (Futter, Tierarzt etc.), wie die zukünftige Wohnsituation der getrennten Partner aussieht und dabei immer das Tierwohl im Auge behalten. Das Gericht istjedoch frei in seiner Ermessenausübung, festen gesetzlichen Vorgaben unterliegt es nicht. Wie immer in familienrechtlichen Angelegenheiten und gerade mit Blick auf das Wohl eines Haustieres gilt: eine einvernehmliche, vernünftige Lösung untereinander ohne Inanspruchnahme eines Gerichts ist immer vorzuziehen.

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Frisch und endlich offiziell im Amt
Ines Akinyemi-Kohlmann leitet die Grundschule Martfeld

75.21

Seit kurzem hat die Grundschule Martfeld mit Ines Akinyemi-Kohlmann eine neue Schulleiterin. Die 30-Jährige arbeitet seit 2017 an der Grundschule Martfeld und leitete diese bis zu ihrer Berufung als Schulleiterin bereits kommissarisch.
Vor ihrer Zeit in Martfeld hatte sie ihr Referendariat in Verden absolviert. Sie freut sich auf ihre neue Aufgabe: „Ich kann die Schule leiten, dabei viele Dinge bewegen und gleichzeitig unterrichten", sagt die frisch gebackene Schulleiterin. Einige Projekte habe sie mit ihrem Kollegium schon erfolgreich umgesetzt, berichtet Ines Akinyemi-Kohlmann.
„Der größte Baustein war unser neues Leitbild inklusive neuem Logo und Schulprogramm." Auch der Schulhof sei schon mit Hilfe des Fördervereins der Grundschule Martfeld verschönert worden. „Wichtig ist mir, dass beste hende Konzepte immer wieder begutachtet und gegebenenfalls angepasst werden. Somit sind wir derzeit auf einem guten Weg. Und im Mittelpunkt steht immer das Lernklima", erklärt die 30-Jährige.
Bis zum vergangenen Sommer war die Grundschule Martfeld als Außenstelle der Grundschule Schwarme geführt worden. Mit dem Start in das Schuljahr 2020 / 2021 wurden die zwei Grundschulen auf eigenen Wunsch wieder eigenständig. Damit endete die Zusammenlegung beider Schulen, die im Schuljahr 2013 / 2014 vollzogen wurde, nachdem die Schulleiterstelle in Martfeld seit Herbst 2011 unbesetzt gewesen war.

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15 Fragen an ....
Schulleiterin Ines Akinyemi-Kohlmann

75.20

  • 1. Was gefällt Ihnen an sich besonders?
    Das ich mich gut organisieren kann.

  • 2. Was war Ihr Lieblingsfach in der Schule?
    Biologie und Deutsch

  • 3. Welches Schulfach mochten Sie nicht?
    Mathematik

  • 4. Warum sind Sie Lehrerin geworden?
    Weil mir die Arbeit mit Kindern Spaß macht.

  • 5. Was treibt Sie persönlich an?
    Freude im Beruf und zum Ausgleich ein schöner Urlaub

  • 6. Wem würden Sie einen Orden verleihen?
    Meiner Mutter

  • 7. Als Kind wollten Sie sein wie ..
    wie meine große Schwester

  • 8. Wie können Sie am besten entspannen?
    Auf meinem Sessel mit einem guten Buch und einer großen Tasse Darjeeling

  • 9. Wo hätten Sie gerne eine Zweitwohnung?
    Am Meer

  • 10. Was können Sie besonders gut kochen?
    Moussaka

  • 11. Mit wem würden Sie einen Monat lang tauschen?
    In Zeiten des Lockdowns mit jemandem, der einen großen Garten hat

  • 12. Wer ist Ihr/e Lieblingsautor/in?
    Karin Slaughter

  • 13. Für welche/n Verein/Initiative engagieren Sie sich?
    Förderverein der Grundschule Martfeld

  • 14. Was war Ihr größtes Missgeschick?
    Wenn ich meine Missgeschick(e ) alle aufschreiben würde, wäre die Liste lang.

  • 15. Wohin reisen Sie am allerliebsten?
    England
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    Obdachlos: Porto ist auch arm
    Algeth E. Weerts schreibt über ihr Leben in Portugal

    75.18

    Ich wohne mitten in Porto. Der Stadtteil nennt sich „Centro Historico", unschwer zu erkennen, dass es sich um das historische Zentrum handelt. Viele enge Straßen und hohe alte Häuser. Verfall und Neues nebeneinander.
    Meine Straße ist auch so ein buntes Gemisch, mit einigen kleinen Läden und einem Cafe dazwischen. In einem Cafe findet sich übrigens eher ein kleines Restaurant, das zu Mittag auch Mahlzeiten anbietet. Die Tagessuppe für 1,20 € und ein Menü für 4,80 €: Suppe vorweg, Fisch oder Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Reis, ein Getränk - Wasser oder Wein; ein kleiner Cafe -bitte mit kurzem „e" am Ende gesprochen (das, was bei uns ein „Espresso" ist). Ja, natürlich kann ich weiter unten, in der Baixa, wo sich Touristen aufhalten, auch teurer essen aber die Schnellgerichte, der „Amburger" für 5,20 €, können geschmacklich sicher nicht mithalten mit den einfachen portu- giesischen Mittagessen.
    Porto hat viel Reichtum und viele gutbetuchte Menschen leben in Porto. Ebenso, wie Porto eine alte, historische Stadt ist, ist Porto auch eine junge und moderne Stadt. In den alten Vierteln haben sich kleine moderne Läden neben den traditionellen angesiedelt. Aber wie überall hat der vergangene Lockdown auch großen Schaden angerichtet. Viele Läden und kleine Restaurants werden nicht wieder öffnen. Und es fällt auf, wie viel mehr Menschen arm sind.
    Ganz in der Nähe meiner Wohnung ist die Nachtherberge für Obdachlose. Mittags steht dort ein Häufchen Menschen und wartet auf das Mittagessen, das sie sich dort abholen können. Und abends auf den Einlass. „Man" kennt sich. Kleines Hallo, ein hingemurmeltes portugiesisches „haste mal n Euro", oder eine längere Geschichte, warum nun gerade er oder sie betteln muss. Das meist gehörte Wort dabei ist „fome", „Hunger". Und noch häufiger „Obrigado", „Danke" - egal, ob sie was bekommen haben oder nicht! Übrigens sehen diese Menschen ganz und gar nicht nach bettleln aus. Sie sind - wie heißt das -„ordentlich" gekleidet, einschließlich der Schuhe. Kleidung gibt es von den Sozialstationen. Nur den Zahnarzt können sie sich nicht leisten.
    Marcelo verkauft auf den Straßen von Porto Lesezeichen.
    Manche Männer haben sich „Berufe" zu eigen gemacht. Beliebt ist der Einweiser-Job. Sie stehen auf der Straße, winken herannahenden Fahrzeugen, weisen auf sie in die Parklücke ein - egal ob die Autos angezeigt haben, dass sie parken wollen oder nicht! Wenn wirklich ein Auto auf Suche ist, dann springen sie auch vor den Bus oder halten den Verkehr an. Insofern wirklich hilfreich. Marcelo ist mir schon häufiger begegnet. Er ist Künstler - sagt er. Und er verkauft Lesezeichen, seine kleinen handgemalten und eingeschweißten Zeichnungen. Ich habe ihm auch schon welche abgekauft. Und manchmal bring ich ihm eine Schokolade vom Einkauf mit.
    Die Frauen sind stiller. Häufig sitzen alte Frauen auf einem Treppenabsatz eines Hauses, und sagen nichts.
    Im Sommer nutzen die Obdachlosen Frauen und Männer auch oft den Park hier um die Ecke zum Schlafen. Und sie gucken erstaunt, wenn ich sie beim Vorbeigehen frage, ob sie m/ein 'crossante' zum Frühstück haben möchten, „se querem?" (wenn Sie wollen?).
    All diese Menschen haben ihre Geschichte. Das, was da in Verbindung geht, wenn ich ein „Pastel de Nata" mit ihnen teile, frage, was sie zu essen haben möchten, das „Obrigado", der Händedruck, ... das ist tausend Mal mehr wert als der Euro, den ich dafür bezahle. Aber ich glaube, das habe ich schon mal erzählt.
    Außer der Nachtherberge gibt es auch Pensionen („Pensäo"), in denen diese Menschen ein Zimmer für wenig Geld mieten können. Aber viele von ihnen leben auf der Straße. Ihre Wohnungen sind die Hauseingänge ungenutzter Läden oder Wohnhäuser mitten im belebten Straßenbild. Da richten sie sich regelrecht ein. Oft Monate lang leben sie dort, mehr Männer als Frauen. Wenn sie ihre Straßen-Wohnung über Tag verlassen, legt bestimmt jemand eine Tüte mit Essen für sie hin, Spenden von irgendwem. Niemand jagt sie weg.
    Und dann sind sie aber doch eines Tages einfach verschwunden. Ich habe noch nicht herausgefunden, was dann passiert ist. Vielleicht sind sie auf das Angebot der Leute von der Sozialstation eingegangen und in eine Pensäo gezogen? Oder umgezogen?
    Und falls mir wirklich mal einer auf den Zwirn geht - unten beim Säo Bento, dem schönen gekachelten Bahnhof von Porto, dort wo auch gerne mit Haschisch gedealt wird - dann werd ich auch böse. Dort sind die Fragen nach Geld aufdringlicher. Trotzdem, „deixe me ein Paz" - „Lass mich in Ruhe" .... reicht!
    Ich mag dieses Viertel sehr! Und falls sich jemand jetzt beim Lesen gefragt hat, ob ich nicht vielleicht Angst habe.... Nein, überhaupt nicht, nicht tags, nicht nachts. Viel eher lasse ich mich auf ein kleines Gespräch ein. Und dann erfahre ich, dass die alte Frau, die an meinem Fenster so oft vorbei humpelt, von einem Auto angefahren worden ist, und es heilt nicht ordentlich. Und sie kann so schlecht sehen, wohin sie treten kann, wenn sie die Maske auf hat. „Wann verschwindet das wieder?" hat sie mich angesprochen und an ihrer Maske gezappelt. Diese Stadt ist auch sehr menschlich!

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    Bonbon mit Beigeschmack?
    Akzeptanzabgabe für Windkraftanlagen

    75.16

    Kaum ein Thema wird in Martfeld so kontrovers diskutiert wie die Planung von zusätzlichen Windkraftanlagen in der neuen Weide und in Hustedt. Für die einen stellen die Räder eine „Verschandelung der Landschaft" und Minderung der Wohnqualität durch Schattenschlag und Laufgeräusche dar. Für die anderen ist es ein wichtiger Beitrag für die nachhaltige Energieerzeugung und somit zur Abschaltung von Kohlekraftwerken. Die meisten Martfelder jedoch sehen die Windkrafträder grundlegend positiv, ohne jedoch die negativen Auswirkungen zu ignorieren.
    Geht es nach dem Gesetzgeber, so sollen sich neu zu erstellende Anlagen mit der sogenannten „Akzeptanzabgabe" positiv auf den Gemeindehaushalt auswirken. Für jedes neue Windrad soll eine Abgabe von 0,02 Cent pro erzeugter Kilowattstunde (kWh) an betroffene Gemeinden gehen. Sinn und Geist dieser neuen Regelung ist es, dass die Gemeinden, die die nicht wegzudiskutierenden „Nebenwirkungen" der Windräder zu tragen haben, zumindest eine kleine finanzielle Entschädigung erhalten sollen. Die damit verbundenen Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger derjeweiligen Gemeinde soll letztlich die Akzeptanz für diese nachhaltige Energiegewinnung vor Ort erhöhen.
    Was sich mit 0,02 Centje kWh zunächst gering anhören mag, hätte für den Haushalt Martfelds erheblich Auswirkungen. Nach jetzigem Stand der möglichen Energieausbeute würde es zwischen 20.000 und 30.000 € je neuem Windkraftrad bedeuten, je nachdem, ob sich Martfeld die Abgabe noch mit angrenzenden Gemeinden, wie zum Beispiel Bruchhausen-Vilsen oder Hoyerhagen teilen muss.
    Dafür bekäme Martfeld voraussichtlich als mitbetroffene Gemeinde anteilige Abgaben von Anlagen, die auf angrenzenden Gebieten entstehen, wie z.B. Eitzendorf. Der entscheidende Vorteil der Akzeptanzabgabe liegt darin, dass die Einnahmen komplett in der Gemeinde Martfeld verbleiben, also nicht in die Umlagen (Samtgemeindeumlage, Kreisumlage) einberechnet werden. Gehen wir beispielsweise von 5-6 neuen Anlagen in der neuen Weide sowie 1-2 neuen in Hustedt aus, so summiert sich die Abgabe vorsichtig gerechnet auf über 120.000 € pro Jahr direkt für die Gemeinde Martfeld ... und das für 20 Jahre.
    Für eine eher einnahmeschwache Gemeinde wie Martfeld wäre es eine unglaubliche Hilfe, um wieder mehr Gestaltungsspielraum zu bekommen. Zum Vergleich: Von den Einnahmen aus der Gewerbesteuer verbleiben nach derzeitiger Berechnung des Rathauses drei Prozent in unserer Gemeinde. 97 Prozent werden weitergeleitet und/oder verrechnet. In Zahlen: Für 2021 planen wir für Martfeld mit ca. 630.000 € Gewebesteuern als Einnahme. In der Gemeindekasse verbleiben nach Abzug aller Umlagen, etc. davon am Ende jedoch lediglich ca. 18.900 € zur eigenen Verfügung!
    Auch wenn der Gesetzgeber den Gemeinden nur noch wenig Gestaltungsspielraum lässt (z.B. kann die maximale Höhe neuer Anlagen nicht mehr vorgegeben werden), so können wir als Gemeinde mit möglichen Investoren einen sogenannten „vorhabenbezogenen Bebauungsplan" erstellen. Hier haben wir zumindest einen kleinen Einfluss auf die Gestaltung der Standorte der Windkraftanlagen. Zudem können Verträge bzgl. der Akzeptanzabgabe an Martfeld abgeschlossen werden. In der rechtlichen Überprüfung befindet sich noch die Frage, ob in einem Vertrag mit den Windkraftradbetreibern festgelegt werden kann, ob bei einem Verkauf der Anlagen die Zahlungsverpflichtung der Akzeptanzabgabe automatisch auf den neuen Betreiber übergeht.
    Aus meiner Sicht ist dieses dringend notwendig, wenn wir als Gemeinde halbwegs Planungssicherheit mit der Abgabe auch über die nächsten Jahre hinaus behalten wollen und nicht ständig mit der Befürchtung des Verkaufs der Anlagen und damit erheblichen Einnahmeverlusten der Gemeinde rechnen müssen. Wie üblich muss sich jede/r ein eigenes Bild über die Entwicklung der Windparks in und um Martfeld machen. Die neuen Bestimmungen und Gesetze setzen auf eine größere Förderung der Windkraft und schränken den Gestaltungsspielraum der Kommunen vor Ort etwas ein. Nicht zuletzt aus diesem Grund muss die Samtgemeinde den Flächennutzungsplan Windkraft auch entsprechend anpassen. Durch veränderte zulässige Gesamthöhen der Windräder sowie die Abstandsregelungen zur Wohnbebauung wird sich das Landschaftsbild und sicherlich für den einen oder anderen auch die Wohnqualität verändern. Der Gemeinderat hat in seiner Stellungnahme zum Flächennutzungsplan versucht, hier größtmöglichen Einfluss zu nehmen. Ebenso wird der Rat bei der Erstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans entsprechend versuchen, die zusätzlichen Belastungen für die Landschaft und die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Die Süße des Bonbons liegt tatsächlich in einer erheblichen Abgabe direkt an unsere Gemeinde, die dann eben zu 100 Prozent in Martfeld verbleibt und mit der einige Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnqualität nachhaltig finanziert werden können.

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    Bio-Milch aus Hollen
    Wieso Familie Stubbemann ihren Betrieb umstellte

    75.12

    „Wir hatten bei uns im Haus damals schon viele Allergien", begründet Lieselotte Stubbemann, warum es nahelag, sich 1995 ganz auf ökologisch erzeugte Lebensmittel zu verlegen. „Da standen wir alle voll dahinter", sagt Jörn Stubbemann, der den landwirtschaftlichen Familienbetrieb führt.
    Die 70 Kühe des Bioland-Hofes in Hollen liefern Milch für die Molkerei Söbbeke. Pro Liter Milch erhält die Familie aktuell 47 Cent. Das mag im Verhältnis zu den Preisen, die für konventionelle Milch gezahlt werden, nach viel Geld klingen, sei aber dennoch auch gerade so kostendeckend. „Denn der Arbeitsaufwand bei Bio-Milch ist einfach viel größer", weiß die 68-jährige Lieselotte Stubbemann, die zwar in Rente ist, aber immer noch gerne auf dem Hof aushilft. Den leitet ihr Sohn. Das Melken übernehmen zwei Teilzeitkräfte und eine Aushilfe, die alle aus der Nähe stammen. „Sie können alle mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen", erzählt Jörn Stubbemann.
    Der 43-jährige Landwirt machte zunächst eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker, dann schloss er eine landwirtschaftliche Lehre auf zwei viehlosen Bio-Betrieben und die einjährige Fachschule in Sulingen an. Schon bald stellte sich der Familie die Frage, wie sich der Betrieb umgestalten lassen könnte. Früher gab es auch noch eine kleine Anzahl von Schweinen auf dem Hof. Dann konzentrierten sich Stubbemanns ganz auf Kühe. Die stehen zwischen April bis November auf der Weide. Auch für das Jungvieh gehöre der Weidegang zum Pflichtprogramm, sagt Jörn Stubbemann, der zusammen mit seiner Mutter, seiner Frau Daniela und den beiden Söhnen Marlon und Jonah auf dem traditionsreichen Bauernhof in Hollen lebt.
    Immer wieder versucht er, die Fütterung zu optimieren und die Fruchtfolge auf den 192 Hektar, die er bewirtschaftet, den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Auch in der Zucht geht er neue Wege und belegt seine Tiere mit Fleischrassen wie Fleckvieh, Angus oder Limousin oder auch Jerseys. Besonders die zuletzt genannten können dabei helfen, den Eiweißgehalt der Milch insgesamt zu steigern, sagt Jörn Stubbemann. Das Gros des Futters, das die Kühe und ihre weibliche Nachzucht benötigen, produziert der bereits seit dem Jahr 1538 bestehende Betrieb selbst. Die Tiere werden mit einer Kleegras- und Luzernemischung, Maissilage und Heu oder Stroh als Strukturkomponente gefüttert. Hinzu kommen Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen und Sojabohnen. Letztere baute Jörn Stubbemann im vergangenen Jahr erstmals auf fünfeinhalb Hektar an. Das Getreide, das für die Fütterung gedacht ist, wächst im Gemenge: Lupine mit Hafer und Gerste zum Beispiel oder Erbsen mit Gerste. „Wir mischen selbst, säen beides zusammen aus und ernten es dann gleichzeitig, auch wenn nicht unbedingt beides ganz zusammen reif ist", erläutert Jörn Stubbemann.
    Auf seinen Flächen, von denen 15 Hektar Grünland sind, baut er seit zwei Jahren auch Speisewaren an: Dinkel, Weizen, Hafer und Roggen. Außerdem widmet er sich der Grassamen- und Sommerwickenvermehrung. „Wir haben auch schon zwei Mal Senf vermehrt", sagt Jörn Stubbemann und unterstreicht, wie wandlungsfähig sein Betrieb ist: „Wir sind relativ breit aufgestellt." Denn das unbeständige Wetter und besonders die in den letzten Sommern immer wieder vorherrschende Trockenheit zwingt auch den Landwirt zum Umdenken und zum Suchen neuer Kulturen, die in der Fruchtfolge mit weniger Wasser auskommen könnten. „Denn wir haben nur wenig beregnungsfähige Flächen", sagt Jörn Stubbemann, der deshalb auch die Aussaattermine anpasst. „Wenn wir früh Winterackerbohnen und Winterhafer aussäen, sind die Kulturen schon weiter, falls die große Trockenheit kommt."

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    „Wir sind hier für die Bürger da”
    Omnibus + Taxi W. Kirschner ist immer im Einsatz

    75.9

    „Wir sind vor Ort", sagt Berit Kirschner. „Und wir zeigen, dass es auch in Pandemie-Zeiten Unternehmen gibt, die 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche erreichbar und für die Bürger da sind", unterstreicht die Inhaberin von Omnibus + Taxi W. Kirschner im Martfelder Ortsteil Büngelshausen. Derzeit steuern ihre Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter oft die Impfzentren in Bassurn, Verden oder auch Drakenburg an, um Impflinge sicher dorthin und wieder nach Hause zu bringen. Zugleich hat Berit Kirschner aber auch auf den demografischen Wandel reagiert und ihr Unternehmen mit derzeit zwei rollstuhlgerechten Taxis ausgestattet.
    „Immer mehr Menschen sind mit zunehmendem Alter auf Rollstühle angewiesen", weiß Berit Kirschner. „Es ist wichtig, dass wir auch da reagieren", sagt die Unternehmerin, die das Angebot des Roll- stuhltransports noch weiter ausbauen möchte. Immer schwieriger sei esjedoch in ihrer Branche, Beschäftigte zu finden, die Nacht- oder Wochenenddienste übernehmen würden. Deswegen zollt Berit Kirschner ihrem starken Team für seinen Einsatz großen Dank: Das sei gerade in schwierigen Zeiten wie diesen keine Selbstverständlichkeit. Sie bedauert daher umso mehr, dass ihre Berufsgruppe nicht als systemrelevant eingestuft worden sei und daher nicht wann sie das Angebot einer Corona-Impfung erhalte. „Dabei haben wir viel mit Patientinnen und Patienten, Ärzten und Krankenhäusern zu tun", sagt Berit Kirschner. Ein großes Lob hat die Unternehmerin auch für ihre Fahrgäste übrig: „Sie halten sich an alle Vorgaben, setzen sich die Maske auf und nehmen hinten im Taxi Platz. Da gibt es keine Beschwerden oder Probleme - das haben alle verstanden."
    Insgesamt 20 Beschäftigte zählt das Unternehmen Omnibus + Taxi W. Kirschner, die ihre Fahrgäste mit Taxis oder im Linienbusverkehr transportieren und damit dafür sorgen, dass die Mobilität auch in ländlichen Regionen stabil bleibt. „ich bin stolz auf meine Mitarbeiter, die immer zur Stelle sind - auch und besonders in der aktuellen Pandemie-Zeit", sagt Berit Kirschner. Der Dienstleistungsgedanke und die Zuverlässigkeit sind ihr wichtig, ganz gleich, ob im Busverkehr oder im Taxigewerbe. „Der Kunde soll immer das Gefühl haben, dass er bei uns in guten Händen ist", unterstreicht die Inhaberin. Deshalb greift ein Hygienekonzept, das seit kurzem auch Corona-Schnelltests für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorsieht. „Denn Sicherheit geht vor", macht Berit Kirschner deutlich.

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    Mit einer Schiene ins Leben
    Verletzter Uhu bekam Hilfe von Martfelder Falkner

    75.8

    Manchmal muss man in seinem Uhu-Leben einfach Glück haben. Genau das ist einem Uhu widerfahren, der in Hoyerhagen auf dem Waldboden von einem aufmerksamen Menschen gefunden wurde. „Er hatte nur noch eine Pfötchenstellung. Das heißt, er hatte einen verletzten Greif und konnte ihn nicht mehr öffnen", erzählt Björn Huhnholt aus Martfeld, in dessen Obhut der verletzte Uhu schließlich gelangte.
    Der Falkner zog die Tierärztin Judith Sanchez aus Asendorf und die Tierärztliche Hochschule Hannover zu Rate. Der Uhu wurde in Narkose gelegt, geröntgt - und die Aufnahmen zeigten schließlich, dass er nicht nur einen alten Knochenbruch besaß, sondern einen kompletten Muskelabriss erlitten hatte. „Bei einem Bänderriss wäre der Uhu wohl tot gewesen", glaubt Björn Huhnholt. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern machte er sich daran, für das Tier aus einem alten Schuh eine Orthese zu basteln, die als Schiene fungierte. „Der Greif musste wieder hoch", sagt der Martfelder Falkner und freut sich sehr, dass der Plan so gut aufging, dass der Uhu nach fast einem Monat in seiner Obhut soweit geheilt war, dass er wieder dort ausgewildert werden konnte, wo er gefunden worden war. Offensichtlich ist das Tier das Weibchen des in Hoyerhagen ansässigen Uhu-Paares.
    Mit einer Spannweite von 1,65 Meter sind die Uhus in einem Revier von insgesamt 40 Quadratkilometern unterwegs, berichtet Björn Huhnholt, für den die Inobhutnahme eine Premiere darstellte: „Das war mein erster Uhu." Der Falkner hofft, dass der Zeitpunkt des Auswilderns noch rechtzeitig genug gewesen ist, um für Uhu-Nachwuchs in Hoyerhagen zu sorgen: „Er könnte noch eine Brut machen."

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    Liebevoll gestaltete Werke
    Grundschüler schrieben Osterbriefe

    75.6

    „Ich freue mich schon sehr auf Ostern und auf das Eiersuchen", verrät ein Schüler in seinem Brief und formuliert für den Empfänger des Briefes einen besonderen Wunsch: „Hoffentlich hast du auch ein schönes Osterfest."
    Auch Nele hat sich Gedanken gemacht, bevor sie zum Füller griff und ihren Osterbrief schrieb: Die Schülerin der Klasse 2 c der Grundschule Martfeld machte wie mehr als 80 andere Mitschülerinnen und Mitschüler bei einer besonderen Aktion mit, die zu Ostern für viel Freude bei älteren Menschen in Martfeld, Schwarme und Bruchhausen-Vilsen sorgte: Denn die Kinder der Martfelder und Schwarmer Grundschulen malten bunte Bilder und schrieben mit viel Herzblut Briefe, die an ältere Gemeindemitglieder verteilt wurden.
    Diese Initiative hat ihren Ursprung im Pfarrgemeinderat der katholischen Pfarreiengemeinschaft Emmaus in Hoya, zu der auch die Gemeinden Maria - Königin des Friedens in Bruchhausen-Vilsen und St. Michael in Hoya gehören. „Da wurde die Idee geboren", sagt Gemeindereferentin Claudia Suffner. „Einer muss das in die Hand nehmen - und das habe ich dann getan", berichtet sie. Da sie in Martfeld lebt, lag es nahe, zunächst die dortige Grundschule anzusprechen. Dort stieß sie bei Schulleiterin Ines Akinyemi-Kohlmann auf offene Ohren:
    Alle vier Klassen machten sich daran, Briefe zu entwerfen. „Da gerade die Schülerinnen und Schüler sehr betroffen von der Corona-Situation sind, konnten wir uns schnell vorstellen, wie es derzeit älteren Menschen geht, die alleine oder in Seniorenheimen leben", berichtet die Schulleiterin. Insgesamt 84 Briefe schrieben die Martfelder Grundschülerinnen und -schüler. „Sie finden hoffentlich einen Empfänger, der sich über diese kleine Aufmerksamkeit freut", sagt Ines Akinyemi-Kohlmann.
    Auch in Schwarme entwarfen die Kinder Briefe; in Bruchhausen-Vilsen machten die Kommunionkinder mit. In Hoya in der Weserschule und in zwei Kindergärten malten und schrieben die Kids ebenfalls. Was daraus wurde, ist eine besondere ökumenische Aktion: Zusammen mit Meike Müller, der evangelischen Pastorin von Martfeld und Schwarme, überlegte Claudia Suffner, wer die Briefe erhalten sollte. Neben den katholischen waren das auch die evangelischen Christen. „Wir haben uns bei der Verteilung vor allem auf das Seniorenheim in Martfeld konzentriert" sagt Meike Müller. „Wir haben aber auch einige Menschen, die alleine leben und von denen wir dachten, dass sie sich darüber freuen." Auch die Bezieher von „Essen auf Rädern" erhielten diese besondere Post.
    „Die Briefe sind eine tolle Idee, um Generationen zu verbinden", findet Pastorin Meike Müller. „Und es ist so süß, was die Kinder geschrieben haben", freut sich Claudia Suffner. Denn die Kinder malten, dichteten und ließen ihrer Kreativität freien Lauf. Sie zauberten bunte Osterhasen und schrieben auch kleine Wünsche auf die Blätter: „Ich wünsche dir, dass dir der Osterhase auch etwas bringt", notierte eines der Kinder. Groß war die Freude bei Christa und Karsten Nitze aus Martfeld, die einen der besonderen Briefe erhielten und sich sehr über die besondere Osterpost freuten. Die soll übrigens keine Einbahnstraße sein: „Es wäre schön, wenn eine Resonanz von den Menschen kommt, die die Briefe erhalten", sagt Claudia Suffner. Das heißt, dass die Empfänger selbst zum Stift greifen und einen kleinen Gruß an die Kinder zurücksenden sollen. Diese Briefe werden dann bei den Kirchengemeinden gesammelt und anschließend an die Kinder weitergegeben. „So erleben die Kinder, dass das, was sie tun, Freude schenkt, und sie erhalten Anerkennung und Wertschätzung", hoffen Claudia Suffner und Meike Müller auf viele Rückmeldungen.

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    75.4

    Sandra Danowski vor ihrem kleinen Laden. Ihr erster Weg führt Sandra Danowski jeden Morgen vor die Haustür. Vor dem Haus an der Kirchstraße 26, in dem sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter lebt, öffnet sie dann zwei andere Türen, nämlich die eines besonderen Schranks. Den bestückt sie dann mit kleinen und größeren Geschenkideen: Etageren, Postkarten, Kerzen oder anderen Präsenten, die man sich selbst oder anderen schenken kann. „Der kleine Laden" steht auf der großen Eichenbohle, die über dem Mahagoni-Schrank hängt, hinter dessen Glasscheiben sich all die kleinen und größeren Nettigkeiten verbergen.
    „Gebastelt habe ich schon mein Leben lang", erinnert sich die 43-Jährige. Nachdem sie mit ihrem Mann Dieter viel auf Märkte gefahren ist, überlegte sie, was sie selbst dort verkaufen könnte. „Mit Drahtschmuck habe ich angefangen", sagt die Martfelderin. Dann begann sie, Etageren zu fertigen und entdeckte das Nähen für sich. „Nach der Nähmaschine ist dann der Plotter bei uns eingezogen", schmunzelt sie. Damit zaubert die angehende Erzieherin nach Feierabend im Bastelzimmer Entwürfe unterschiedlicher Designer auf Kerzen, Tassen oder Postkarten. „Ich probiere für einige Designer Plots aus, um zu sehen, wie diese auf den einzelnen Gegenständen wirken", sagt Sandra Danowski.
    Da die Corona-Lage ihr einen Strich durch die Rechnung und die Teilnahme an Märkten unmöglich machte, überlegte sie sich etwas, um ihre Arbeiten auf andere Art und Weise an den Mann und die Frau zu bringen. "Denn ich bastele und gestalte sehr gerne." Eine Freundin in Schleswig-Holstein machte etwas Ähnliches und stellte einen kleinen Laden vor die Tür. „Die Idee fand ich so gut, dass ich das auch machen wollte", erzählt die 43-Jährige. Für den Start nutzte sie zwei Plexiglaswürfel, die sie mit ihren Erzeugnissen bestückte und an die Straße stellte. Schnell stellte sie fest, dass sie mehr Platz benötigte. Mein Lädchen war aus den Kinderschuhen gewachsen", schmunzelt sie.
    Dann fand sie online einen Mahagonischrank, der zu verschenken war. Kurzerhand holten sie und ihr Mann Dieter das gute Stück ab, er schraubte es an die Hausaußenwand, setzte ein kleines Dach drauf und montierte das Ladenschild, das eine Freundin Sandra Danowski schenkte, gleich oben drüber Fertig war „der kleine Laden". „Kerzen und Postkarten mit guten Sprüchen gehen am besten", hat Sandra Danowski festgestellt. Gerade das seien Kleinigkeiten, mit denen man anderen Menschen in dieser immer noch herausfordernden Zeit eine Freude machen könnte. Zudem biete ihr Laden die Möglichkeit, kontaktlos einzukaufen. Was dem Betrachter gefällt, kann er mitnehmen, wenn er das Geld persönlich in die im Schrank stehende Kasse geworfen oder via PayPal überwiesen hat. Bereits zwei Mal jedoch ist die Hobbykünstlerin bereits beklaut worden.
    Auch wenn der Hauptaspekt, ihren kleinen Laden zu Betreiben kein finanzieller sei: Wenn Menschen sich einfach bedienten, ärgert sie das. „Für mich sind die Basteleien ein Ausgleich, meine Prioritäten liegen auf meiner Arbeit und der Schule", unterstreicht die 43-Jährige, die im Kindergarten als Sozialassistentin arbeitet und derzeit parallel zum Job eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Daher nimmt sie auch aktuell kaum Auftragsarbeiten an, sondern setzt in ihrer Freizeit die Bastei-Ideen um, an denen sie persönlich den größten Spaß hat. Das kann das Herstellen von Buttons sein, aber auch das Experimentieren mit Stäbchenparkett, das zusammengeleimt und mit den richtigen Farben und Sprüchen versehen - zu einem echten Hingucker wird.

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    De Halfminsch

    75.14
    So unnütz wi Unkrut, wi Fleegen un Mücken
    So lästig wi Koppkeel un den Keel in Rücken
    So gräsig wi Bugkeel un jümmer een Tyrann
    dat is düsse Halfminsch, sien Name is Mann.

    He steiht bloss in Weg rüm, to nix to gebruken
    Is jümmer an meckern und fauchen
    He is up de Eer, ik segg dat ohne Hohn
    von Herrgott de größte Fehlkonstruktion.

    De Keerls holt sik för die Klügsten un Besten
    In Nord un Süd, in Osten un Westen
    Dorbi is dat Hirn von de Keerls un mi schwillt de
    Kamm Nix anners as een nutzloser Schwamm.

    He is zwar de Kopp von de Familie, de Clown,
    doch in' Gehirn sünd jümmer de Froon
    Een Kerl weer doch ohne us Froon verloren
    He weer ohne us gar nich geboren.

    Erst dor use Hölpe mit veel Bedacht
    Hebbt wi fast een Minsch ut em maakt
    Harrn wi em nicht glieks an use Brust nahmen
    He weer in sien eegen Dreck verkommen.

    So is dat, so weer dat, so watt dat jümmer ween
    He is ohne us een ganz armes Luder

    lk könn up de Keerls von Harten verzichten
    Wat hebb wi denn von de komischen Wichten?
    Bloß Arbeit un Aarger bet spät in de Nacht
    Sogar de Kinner weert hüüt jo künstlich makt.

    Een Kerl hölt sik meist för unwiderstehlich
    Un glöövt schon een Lächeln von em maakt us seeiig
    He stolziert dör de Gegend wi een Gockel up den Mist
    Un markt dorbi nich, wie dösig he is.

    De Keerls de meent se sünd de Könner
    Un troot us nix to, de Penner.

     

    Keen maakt denn in de Welt, ik segg wi dat is,
    Nix anners as Blödsinn, Quatsch un Mist?

    Doch wenn up de Eer de Froons regieren
    Denn bruukt keen Minsch in den Krieg marschieren
    Denn de Froons hebbt, dat liggt up de Hand
    Den Keerl wat vörut: se hebbt Verstand.

    De Keerls speelt gern den starken Helden
    Doch wehe he deit sik mal licht verkölen
    Denn liggt he in Bett rüm un föhlt sik halftot
    As weer he von Schwindsucht un Siechtum bedroht.

    Föhl ik mi mal krank un kann kuum gahn
    Weder sitten, noch leegen noch stahn
    Denn seggt he verächtlich: Kumm maak nich so veel Wind
    Doch sitt bi em wat quer, denn weent he as een Kind.

    Mit dat Muul sünd se stark un könnt prahlen
    Doch wehe de Tähnarzt piesakt em mit Qualen
    Dann sünd se doch alle gliek
    Wie Fallobst, so fuul un week.

    Een Kerl is to gebruken solang he is noch ledig
    Denn is he noch schlank, sien Körper athletisch
    Un he is vull von Leeve un Elan
    Un wenn he verheirat is, wat nix mehr vör sik dahn.

    Mit Gold un Brillanten wat he di beglücken
    Dat kriegt hüüt de Fründin achter den Rücken
    Un du kriegst hüüt bloss noch wenn he doran denkt
    To'n Geburtstag een Schnellkochtopp as Geschenk.
    Wat he alles leistet, dormit kann he prahlen
    Oh, man künn' ein eegentlich gor nick betahlen
    He schafft sik noch tot
    Un de Froo hett dat so goot.

    Wi Froons wi mööt de Keerls dressieren
    Sünst kann up de Eer noch schlimmes passieren
    Dorüm möt wi Froons ok ganz genau wachen
    Dat düsse Keerls weert keen Unsinn maaken.

    Wi Froons, wi sünd doch un dor hebb ik recht
    Hier up de Eer dat bessere Geschlecht!

    Gedicht von Inge Carstens
    Ümschreeven up platt von Hanna Bormann
     

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