Moin, moin
die Sonne scheint, das Wetter lockt nach draußen und lädt zu gemeinsamen Unternehmungen mit Familien und Freunden ein. Aufgrund der Corona-Krise, die den Alltag von uns allen innerhalb weniger Tage und Wochen erreicht und verändert hat, bleiben wir alle besser zuhause, sofern es möglich ist. Für uns Landleute ist das mit einem eigenen Garten und viel Natur vor der Haustür viel einfacher als etwa für Stadtmenschen. Für diese schwierige Zeit erhaltet Ihr heute mit der neuen „Martfeld Live" frischen Lesestoff. Aufgrund der aktuellen Lage werdet Ihr diesmal aber kaum Veranstaltungsankündigungen im Heft finden, weil die weitere Entwicklung zum Zeitpunkt der Drucklegung noch gänzlich unbestimmt war. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und danke allen, die mit Texten und Ideen zum Gelingen dieser neuen Ausgabe beigetragen haben, für ihren Einsatz!

Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Frühling wünscht Euch Eure „Martfeld Live" - Redaktion Regine Suling
Redaktionsschluss
für die nächste "Martfeld Live" ist am 24.07.2020

 

Impressum
Internet: martfeld.de

 

Auflage:
1000 Stück

Verteilung:
kostenlos

Herausgeber und V.i.S.d.P.
G.d.S. Martfeld

Druck:
Brune-Mettcker Druck- und Verlagsgesellschaft mbH.
Parkstraße 8
26382 Wilhelmshaven

 

Redaktion & Layout
Regine Suling
Zur Maase 9a
27327 Martfeld
Mobil: 0175 - 2410675
E-Mail: regine.suling@mediacommunicate.de

Internet:
www.martfeld.de



Facebook:
www.facebook.com/Martfeld-Live



 

  Titel Heft 72 April 2020 Autor  
  Rund um das DGH    
  auf den Jakopbsweg    
  Altes Martfeld: Teil 1   Wilfried Nordbruch  
  Fußball-Hobbygruppe    
  TSV Martfeld    
  Tischtennis   Jan Christoph Menke  
  G.d.S. Martfeld    
  Überschuldetes Erbe   Tobias Büscher  
  Das Haus im Haus   H. Bösche, A. Bartlig  
  Zwei Monate Porto   Algeth E. Weerts  
  Wir sind da   Christian Wolters  
  Freude über Spenden   Christian Wolters  
  Englisch lernen    
  24. Mühlenlauf    
  sonstiges   Anton Bartling  
  Klönkcafe    
 

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xy

Miteinander schnacken im Klöncafe
Fröhliche Runde im Dorfgemeinschaftshaus in Hustedt

72.22

„Eine von uns backt immer einen Kuchen, diesmal war Anni dran", erzählt Christiane Wolters, die im Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule" in Hustedt einmal im Monat das Klöncafö organisiert. „Normalerweise sind wir 15 Frauen", erzählt Karin Schäfer.
Die älteste von ihnen ist die 90-jährige Marga Breitinger. Zusammen sitzen, Kaffee trinken und Kuchen essen und vor allem gemeinsam zu klönen: Das ist es, was die Frauen an ihrem Klöncafe so schätzen. Am zweiten Freitag im Monat treffen sie sich, um zu schnacken. Über die Ernte- und Schützenfeste von früher zum Beispiel. „Das finde ich immer ganz interessant", sagt Christiane Wolters, die bei diesen Gelegenheiten auch Geschichten vorliest. „Dann sind wir immer ganz Ohr", lacht Elfriede Döhrmann. Wie lange sie schon treffen? „Mehr als zehn Jahre müssten das schon sein", meint Karin Schäfer. „Dat hebb ik nich upschreeven", überlegt Elfriede Döhrmann. Die persönliche Note, die das Klöncafe hat, gefällt den Frauen. „Zu Weihnachten und zum Geburtstag gibt es immer Geschenke. Und die Weihnachtsgeschenke bastelt Christiane sogar selbst", berichtet Anita Schwarze. Zum Treffen kurz vor Weihnachten bringt jede der Frauen selbst gebackene Plätzchen mit. Sie alle freuen sich über andere, die zu ihrer gemütlichen Runde dazu stoßen wollen. „Es können auch Männer kommen", unterstreicht Christiane Wolters. Und auch jüngere Menschen seien beim Klöncafe gerne gesehen, wenn sie denn Zeit und Lust dazu hätten, sagt die Organisatorin.

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„Tag der sauberen Landschaft" in Martfeld

72.13

„Ich mache zum ersten Mal mit", erklärte August-Wilhelm Reese motiviert. Ein gutes Dutzend Martfelderinnen und Martfelder traf sich Mitte März bei schönstem Sonnenschein vor der Grundschule, um beim Tag der sauberen Landschaft" mitzumachen. Organisatorin und Bürgermeisterin Marlies Plate freute sich über die rege Teilnahme: „So viele Leute waren wir sonst nicht." Auch Sabine Aue war dabei: „Ich möchte ein bisschen aktiv im Ort werden." Sprach's und machte sich kurz darauf mit August-Wilhelm Reese auf den Weg. „Zu den Spargelfeldern, da liegt so viel Müll", erklärte er. Zuvor hatte die Gruppe gemeinsam darüber beraten, wer sich welche Straße vornimmt, Helmut Wessel teilte die Anwesenden schließlich ein. „Kleinenborstel hat letzte Woche schon gesammelt", berichtete Marlies Plate. In Hustedt machten einige weitere Aktive ebenfalls mit, in Loge ebenso. „Ich habe schon immer mit gesam melt", erzählte auch Rainer Schröder. „Eineinhalb bis zwei Stunden werden dabei schon draufgehen", berichtete er aus Erfahrung. Ausgestattet mit Warnwesten und Müllsäcken machten sich die Aktiven dann auf den Weg, um zwei Stunden lang die Hinterlassenschaften ihrer Mitmenschen aufzusammeln

Kleiderbörse Martfeld

72.1

Den Erlös der Herbstkleiderbörse aus dem vergangenen Jahr spendete das Team der Kleiderbörse Martfeld dem Förderverein der Grundschule Martfeld. Die Schule schaffte dafür unter anderem zahlreiche Spielgeräte für die Kinder an, die diese in den Pausen nutzen können: Basket- und Handwurfbälle, Stelzen, Pferdegeschirre, Diabolos, ein Pedalo, ein Balancierbrett, mehrere Laufdosen und zwei Bällenetze.







Mühlensteine bemalen
Mitmach-Aktion zum Deutschen Mühlentag

72.15

Der Heimat- und Verschönerungsverein Martfeld (HVV Martfeld) lädt am Pfingstmontag herzlich zum Besuch des Deutschen Mühlentages in die Fehsenfeldsche Mühle ein. Der Deutsche Mühlentag ist ein Aktions- und Thementag rund um das Mühlen und Müllerwesen. Er wurde von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung ins Leben gerufen und findet jährlich statt. Am Pfingstmontag ist es bereits seit vielen Jahren Tradition, dass an der Fehsenfeldschen Mühle regionale und überregionale Aussteller sich vorstellen und ihre Produkte anbieten. Daneben werden am Pfingstmontag Mühlenführungen sowie ein Kinderprogramm angeboten. Alle kleinen und großen Kinder sind eingeladen, „wandernde" Mühlensteine zu bemalen und an einem Ort der eigenen Wahl in Martfeld abzulegen. Jeder Finder/jede Finderin eines Mühlensteins, vom 02.06.2020 (Dienstag nach Pfingsten 2020) bis zum 24.05.2021 (Pfingstmontag 2021), bekommt am Pfingstmontag 2021 ein Freigetränk seiner/ihrer Wahl in der Fehsenfeldschen Mühle, wenn er/sie den Mühlenstein mitbringt. Für das leibliche Wohl wird am Pfingstmontag mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen sowie Bratwurst und kalten Getränken ebenfalls gesorgt sein.
In der Stührmühle findet pfingstmontags vor und in der Mühle ein Mühlenfest statt. Für das leibliche Wohl und das Drumherum sorgen Marion Hofmann und Lothar Klerings.
Anja Hustedt

In lockerer Runde darten
Christian Hoffmann will Dart-Club gründen

72.17

Auf den Zug der Popularität, den das Darten durch die noch nicht allzu lange vergangene Weltmeisterschaft gewonnen hat, will Christian Hoffmann aufspringen: „Ich würde in Martfeld gerne einen Dart-Club gründen." Ganz locker und ohne Vereinscharakter soll er sein, mit Menschen, die Interesse am Steel-Dart haben. Frauen und Männer, das Alter spielt keine Rolle - bunt darf die Gruppe werden. „Gerne können auch jüngere Leute mitmachen, die können noch besser gucken", sagt Christian Hoffmann augenzwinkernd. „Vom Anfänger bis zum Profi: Alle können kommen", freut sich der Martfelder auf viele Dart-Begeisterte. Er selbst ist diesem Sport schon eine Weile nachgegangen, dann habe er E-Dart gespielt. Jetzt will ich zurück auf Steel Dart. Das ist ursprünglicher - und man hat andere Gewichte in der Hand", erzählt Christian Hoffmann, der auf viele Interessenten hofft: „Die Dart-WM hat mich einfach motiviert." Sich selbst sieht er als Anfänger, der Gefallen an diesem Kneipensport gefunden hat. Warum er einen eigenen Dart Club ins Leben rufen will? „Hier in der Nähe sieht es schlecht aus, da gibt es keinen." Eine ungezwungene, lockere Runde wünscht er sich deshalb.
Wer Interesse hat, beim Dart-Club dabei zu sein, kann sich an Christian Hoffmann wenden.

Die Neue Weide
Dia-Show des Fotoclubs des HVV Martfeld

72.21

Nunmehr als 50 Jahre steht diese Kulturlandschaft, südlich von Martfeld, im Fokus des Fotoclubs. Der erstmalig 1984 präsentierte Vortrag wurde überarbeitet und bis heute erweitert. Das Ergebnis ist eine Bilderschau mit Dokumentation und Naturfotografie über eine Landschaft, geprägt von Ursprung, Umbruch und Veränderung. Demnächst zu sehen in der Fehsenfeldschen Mühle in Martfeld. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

STELLENANGEBOT
Der HVV Martfeld bietet für rüstige Rentnerinnen und Rentner mit handwerklichen Fähigkeiten eine lukrative ehrenamtliche Beschäftigung im Bereich „Mühleninstandsetzung". Ob Maler-, Maurer- oder Tischlerarbeiten- für jeden ist etwas dabei. Auch Vertreterinnen und Vertreter der jüngeren Generation sind gern gesehen.
Ganz nebenbei lernt man, wie eine Windmühle funktioniert. Bei Interesse bitte melden.
Horst Wolf

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
Neues vom Bouleclub des HVV Martfeld

72.23

Am 8. Februar trafen sich die Männer am Bouleplatz zum „Frühjahrsputz". Die Bäume auf dem angrenzenden Wall wurden beschnitten und das alte Holz entfernt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll der Holzschnitt gehäckselt und auf den Beeten verteilt werden. Zur Kaffeezeit versorgte uns unser Geburtstagskind Heinz mit Kaffee und leckerer Torte. In der Zwischenzeit bereiteten die Frauen ein Festmahl vor. Grundlage für den Hauptgang waren ein Puter und eine Ente, die von Mitspielern bei einem Turnier in Syke gewonnen wurden. Dazu gab es Rotkohl, Klöße, Kartoffeln und zwei verschiedene Füllungen. Alles natürlich von den Damen selbst gemacht. Ein leckeres Dessert, das von einer Mitspielerin mitgebracht wurde, rundete das Dinner ab. Nach getaner Arbeit wurde dann in geselliger Runde mit 15 Personen geschlemmt.
Wer Interesse hat, sich unserer Runde anzuschlie ßen, ist herzlich willkommen. Der Platz befindet sich neben dem Tennisheim. Wir treffen uns mittwochs und samstags um 14.30 Uhr. Boulekugeln können gestellt werden.
Hans-Hermann Bauer

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24. Martfelder Mühlenlauf
HVV Martfeld lädt am 1. Mai zu beliebter Veranstaltung ein

72.24

Die Vorbereitungen zum 24. Martfelder Mühlenlauf am 1. Mai gehen in die entscheidende Phase. Die Verantwortlichen des TSV Martfeld und des HVV Martfeld sind mittlerweile mit einer gewissen Gelassenheit dabei. Die Feuerwehr wird wieder bei der Streckensicherung dabei sein, wie auch das Deutsche Rote Kreuz für die medizinische Begleitung. Eine Mitarbeiterin der Firma PHYSIO+FIT Krause aus Blender wird mit einer professionellen Aufwärmeinheit die Läuferinnen und Läufer auf Betriebstemperatur bringen.
Die Bambinis werden mit dem Startschuss um 11.00 Uhr anfangen, dann folgen die 1 und 2 Kilometer für Schülerinnen und Schüler, danach starten alle Klassen - auch die Walkerinnen und Walker- in die 5- und 10-Kilometerrunde. Start und Ziel sind für alle Läufe die Fehsenfeldsche Mühle. Startgebühr beträgt für Schülerinnen und Schüler zwei Euro, Jugendliche drei Euro und für Erwachsene fünf Euro. In den Genuss, die drei Martfelder Mühlen zu passieren, werden nur Teilnehmer des 10 Kilometerlaufs kommen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Urkunde, die drei Erstplatzierten eines jeden Laufes erhalten kleine Sachpreise. Auch dieses Jahr ist der Bremer Laufladen „Sport-Ziel" als Partner wieder dabei und stellt Startplätze für den 16. swb-Marathon, AOK-Halbmarathon, 10 km der Deutschen Bank und den Kinderlauf am 4. Oktober in Bremen zur Verfügung. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Läufe sicherlich ein besonderer Ansporn. Arbeitserleichternd für den Veranstalter sind Voranmeldungen, die von der Homepage des HVV ausgedruckt werden können und ausgefüllt, unterschrieben und gescannt an folgende E-Mail geschickt werden können: muehlenlauf@hvv-mart¬feld.de . Anmeldungen können aber auch bis 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung abgegeben werden. Ein Highlight ist sicherlich wieder die Auseinandersetzung um den Pokal für die größte Mannschaft. Im letzten Jahr hatte das Tri-Team-Schwarme die Nase vorn.

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Ganz spielerisch Englisch lernen
Förderverein der Grundschule Martfeld mit starkem Angebot

72.26

„What's your name?", fragt Eun Hye Lee, die alle hier nur Alleen nennen. Zack - und schon wirft sie den kleinen Ball durch das Klassenzimmer, und er landet in den Händen eines Jungen. „My name is Mattis", sagt der und schickt sich an, den Ball auf die Reise zum nächsten Kind zu schicken. Alle Hände recken sich in die Luft. Auf spielerische Art und Weise steigen die Zweitklässler der Grundschule Martfeld so in die englische Sprache ein. Einmal pro Woche treffen sie sich in der fünften Stunde mit Aileen. „Die Kinder lernen schnell", weiß die Südkoreanerin, die in ihrer Heimat Englisch studiert hat und der es Spaß macht, diese Sprache den Sieben- und Achtjährigen näher zu bringen. Initiiert wurde diese Unterrichtsstunde vom Förderverein der Grundschule Martfeld. Dieser finanziert die Englischstunde, die Eltern der Kinder zahlen pro Halbjahr dafür einen geringen Beitrag. Der Löwenanteil der Kosten soll über Lernpatenschaften aufgebracht werden. Das heißt, dass örtliche Gewerbetreibende einen kleinen Obolus geben, mit dem der Unterricht finanziert werden kann. Die ersten Selbstständigen machen bei diesem Projekt bereits mit. Dass sich dieses Engagement lohnt, zeigt ein Besuch der Stunde: "I want to sing a song with you guys", ruft Aileen und fordert alle zum Aufstehen auf. Gemeinsam singen sie „Hands, shoulders, knees and toes" und berühren dabei die Körperteile, über die sie singen: Hände, Schulter, Knie und Zehen. Bewegung gehört hier zum Englischunterricht ganz selbstverständlich dazu. Und die Kinder denken mit: „How mang eyes do you haue?", will Aileen wissen. „Two", ruft ein Junge. Auf dem Stuhl müssen die Zweitklässler bei dieser spielerischen Form des Unterrichts nur selten sitzen bleiben. „When I say ,please`, you do fit", fordert Aileen sie auf. Sie ruft: „Please smile, please eat" - und alle lächeln und tun so, als ob sie essen würden. Dann sagt sie „drink" und keiner rührt sich. Die Kinder haben alles richtig gemacht, denn das „Bitte" fehlt. Für ihr engagiertes Mitmachen drückt Aileen schließlich zwei Stempel in ihr Heft. Die Zweitklässler sind wissbegierig: "Wann lernen wir Englisch reden?", will einer wissen. „You need vocabulary", erwidert Aileen. Ohne Vokabular keine Sätze: Das verstehen die Kinder. Und wiederholen anhand von Abbildungen einige Wörter, die sie in der letzten Stunde gelernt haben: „What's this?", möchte Aileen mit Blick auf den Bleistift auf dem Bild wissen. „Pencil", antworten die Kinder wie aus der Pistole geschossen - und wiederholen das Wort gleich fünf Mal hintereinander, damit es sich besser einprägt. Der Englischunterricht ist nur eines der Projekte, die der Förderverein der Grundschule Martfeld unterstützt. Seit seiner Gründung in 2019 engagierte er sich unter anderem beim Sportfest, bei der Einschulung, beim Kinder-Erntefest, beim Kuchenbuffet der Kleiderbörse und beim Weihnachtsbasar.

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Freude über Spenden
Mehr Sicherheit für die Ortsfeuerwehr Martfeld

72.30

v.l: Heiner Rahlmann Wilma und Werner Schumann und Uwe Staack.
Schon fast eine Tradition ist der jährliche Besuch von Wilma und Werner Schumann. Einmal im Jahr schauen die beiden Martfelder im Gerätehaus der Ortsfeuerwehr vorbei und überreichen Ortsbrand- meister Heiner Rahlmann eine beachtliche Spende. Schon einige Jahre sammeln die Senioren für die Freiwillige Feuerwehr. ,'Wir freuen uns riesig über den Besuch", bedankt sich Ortsbrandmeister Rahlmann, „es ist immer ein netter Nachmittag mit den Eheleuten Schumann."
„Wie in jedem Jahr setzen wir die Spende zweckgebunden für unsere aktiven Mitglieder ein.", ergänzte der stellvertretende Ortsbrand- meister Uwe Staack, „dieses Jahr bezuschussen wir spezielle Handschuhe für die technische Hilfeleistung." „Einsätze der technischen Hilfeleistung nehmen einen großen Teil unserer Aufgaben ein.", erklärt Rahlmann, „Hierbei ist es einfach angenehmer, die richtigen Handschuhe zu tragen." Zudem sei es eine Verbesserung der Sicherheit, da die Handhabung von Gerätschaften mit den dünneren Handschuhen einfacher ist.
Ein großer Schritt für die erweiterte Sicherheit ist auch die zweite Neuanschaffung. Mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Sulingen konnte der Förderverein der Ortsfeuerwehr Martfeld eine Atemschutz-Notfall-Tasche anschaffen. „Solch eine Tasche ist in dieser Region wirklich was Besonderes.", freut sich der Atemschutzgerätewart Michael Stender. „In dieser Tasche ist das gesamte Equipment sinnvoll verstaut, welches für eine Rettung aus einem verrauchten Gebäude benötigt wird", erklärt Heiner Rahlmann. Eine Atemschutzflasche ist das Kernstück der Tasche. Hier kann beispielsweise eine Fluchthaube zur Rettung von Personen angeschlossen werden. Aber auch verunfallte Kameraden könnten mit lebenswichtiger Atemluft versorgt werden. Griffbereit für den Sicherheitstrupp liegt die Tasche auf dem erstausrückenden Einsatzfahrzeug der Martfelder Ortsfeuerwehr, wie Uwe Staack demonstrierte: „Es ist ein großer Zugewinn für die Sicherheit aller." Bei einem gemeinsamen Gespräch freut sich Björn Holthus, Leiter der Volksbank Geschäftsstelle in Martfeld, die Sicherheit der aktiven Feuerwehrfrauen und -Männer zu unterstützen: Wir helfen gerne und haben hier ein tolles Projekt gefunden, welches wir fördern möchten." „Der Umgang mit dem Equipment bedarf jedoch einer Menge Übung.", stellt Michael Stender sachlich dar. Darauf freuen sich die aktiven Atemschutzgeräteträger allerdings schon.

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„Wir sind da"
Ortsfeuerwehr startet Kampagne im Ort

72.27

„Wir sind da" - darauf können sich die Martfelder verlassen. Seit einiger Zeit ist die Ortsfeuerwehr Martfeld durch einige Plakate im Ort präsent und zeigt die Vielfältigkeit des Ehrenamts „Freiwillige Feuerwehr" auf. „Wir wollen mit dieser Aktion auf uns aufmerksam machen", erklärt Ortsbrandmeister Heiner Rahlmann, „zurzeit haben wir einen sehr guten Personalbestand, doch diesen Zustand müssen wir sichern." Aus diesem Grund hat das Ortskommando rund um Pressesprecher Christian Wolters die Kampagne „Wir sind da" entwickelt.
Mit Plakaten, Bannern und vielem mehr soll den Martfeldern ein Eindruck von der Arbeit der Feuerwehr verschafft werden. „Dabei setzen wir unserem Alltag", ist Christian Wolters wichtig, „alle Fotos sind bei unseren Übungsdiensten oder Einsätzen entstanden."
Erste Reaktionen zu den Plakaten haben die Verantwortlichen bereits erhalten: „Das stimmt uns positiv weiter zu machen", stellt Heiner Rahlmann fest. Langfristig ist die Gewinnung neuer Mitglieder das Ziel der Kampagne. Doch auch das „im Gespräch bleiben" sei dem Ortskommando wichtig.

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Zwei Monate Porto - ein Reisebericht
Algeth E. Weerts arbeitete als Freiwillige in Protugal

72.28

Ist das noch ein „Reisebericht", wenn eine zwei Monate an ein und dem selben Ort verbringt? Ich habe zwei Monate als Voluntaria - als Freiwillige - in einer Pilgerherberge in Porto gearbeitet. Diese Art die Welt kennen zu lernen ist ja für jüngere Leute heute recht üblich: arbeiten in der ganzen Welt für eine Schlafgelegenheit und das Essen. Ich bin schon etwas älter und habe mir mit dem Aufenthalt einen ganz großen Traum erfüllt.
In einer Pilgerherberge übernachten Menschen, die auf dem Weg nach Santiago de Compostela sind. Porto ist dafür ein guter Ort, denn Porto hat einen Flughafen. Hierher kommen die Pilger*innen, die bereits in Santiago waren oder auch den Jakobspilgerweg im Süden von Spanien oder Portugal begonnen haben und jetzt zurückfliegen. Oder die in Porto ankommen, um Ioszupilgern nach Santiago de Compostela.
Porto liegt im Norden von Portugal. Im Sommer mild, im Winter auch (das heißt: es friert nicht). Einen wochenlang grauen, depressiv stimmenden Himmel gibt es nicht. Sehr wohl aber ergiebigen Regen, auch mehrere Tage lang. Kalt ist es auch. Jetzt, Anfang Januar haben die Nächte drei Grad oder sechs Grad, denn ist der Himmel klar und offen, ist es nachts kalt - sozusagen der Direktanschluss ans Weltall. Am Vormittag, wenn die Sonne in den Himmel steigt, wird es warm. Und wenn kein kalter Wind die Pläne durchkreuzt, ist es schnell angenehm. Wir haben jetzt im Januar häufiger draußen gesessen zum Mittagessen. Mit bedecktem Himmel sind die Nächte zwischen elf Grad und 14 Grad, aber es wird dann auch tagsüber nicht viel wärmer. Das ist wichtig zu wissen, denn die meisten portugiesischen Häuser haben kein eingebautes Heizsystem. Geheizt wird oft mit Gasbrennern. Und so wird zumindest ein Raum im Haus doch kuschelig. Tagsüber die Fenster aufmachen und Wärme reinlassen und nachts mit mindestens drei Decken schlafen.
Im Dezember/Januar geht die Sonne so gegen 8 Uhr auf und um etwa 17 Uhr unter, plus einer halben Stunde Dämmerung. Dabei ist zu bedenken, dass Portugal eine Stunde „zurück" ist. Also wäre der Sonnenuntergang in Deutschland um abends 18 Uhr. Die Herberge hat 30 Bettplätze in vier Zimmern. Mitgerechnet? Ja, das sind immer Mehrbettzimmer. Und gepilgert wird in allen Jahreszeiten. Auch Weihnachten, am Heilgabend, Silvester, Neujahr - immer waren auch Übernachtungen, ein, zwei oder auch acht Menschen. Und sie reisen aus der ganzen Welt an. In einer Pilgerherberge dürfen nur Pilger und Pilgerinnen übernachten.
Die Übernachtungsdauer ist hier aber nicht so streng, wie in vielen Herbergen an den spanischen Jakobswegen. Es ist auch möglich, zwei oder drei Nächte hierzu bleiben. Die Arbeit der Volunteers ist saubermachen. Das heißt: jeden Tag Betten und Dormitories (Schlafräume), die Duschen, Klosetts, die Küche, den Essraum, das „Wohnzimmer", die Rezeption und den Raum, in dem die Rucksäcke in eigenen Schließfächern untergebracht sind, aufräumen, abstauben, staubsaugen, wischen. Mehrmals täglich abwaschen, kochen, Wäsche waschen.... fast wie Zuhause, nur eben viel mehr. Ach ja: und den Garten machen. Denn den gibt es auch, mit Orangen- und Camelienbäumen und ein paar Beeten für Gemüse, für Blumen und Tomaten.

rechts: Algeth E. Weerts
Jetzt im Januar stehen die dicken Bohnen schon 30 Zentimeter hoch. Ich habe ein Frühbeet gebastelt, ein paar Kartoffeln gesetzt und Salat gesät. Bis zum Ende meines Aufenthalts im Februar wird das noch bunter und kann im Frühjahr und Sommer alles frisch in der Küche verwendet werden. Zur Zeit arbeiten fünf Volunteers hier. Zwei aus Italien, aus Uruguay, aus Argentinien und ich aus Deutschland. Das ist ziemlich international. Und die Hauptsprache ist gerade Spanisch. Ich befinde mich dauernd in einer mir fremden Sprache. Nicht einfach! Zum besser Portugiesisch lernen gehe ich zur anglikanischen Kirche. Die anglikanische St. James Church - der Name sagt es: St. James = Heiliger Jakobus - ist die einzige Gemeinde in Porto, die sich direkt auf Santiago (Santo Tiago = Heiliger Jakobus) und somit auf die Pilgerei bezieht und steht dadurch in enger Verbindung mit der Herberge. Mir schwirrt dann schon manchesmal der Kopf, weil ich ja auch da zwischen zwei Sprachen - Portugiesisch und Englisch - hin und her denke. Mir passiert es häufiger, dass ich die Sprachen ganz einfach verwechsle, oder mir nicht einmal mehr eine deutsche Übersetzung einfällt.
Aber natürlich habe ich auch freie Zeit. Dann wander ich oft durch Porto und komme so in ganz unterschiedliche Gegenden. Wenn ich nicht mehr weiter weiß, frage ich lieber (übrigens auf Portugiesisch), als dass ich mein Google benutze. Da passiert es auch schon mal, dass mich jemand sozusagen an die Hand nimmt und mich bis zu einem mir bekannten Platz bringt. Jedes Mal kommt dann die Frage, woher ich komme, was ich in Porto mache und warum ich hier bin. Und ich bin jedes Mal entzückt, wie liebenswürdig und bemüht die Menschen sind. An einem sonnigen Sonntagnachmittag war ich in Matosinhos, mit Strand und Meer. Und ich mache „in Kultur" - schließlich ist Porto eine Großstadt! Ich habe ganz wunderbar schöne Konzerte besucht. Ein Weihnachtskonzert in der Kirche mit Bachkantaten und Weihnachtliedern (wir durften, nein, wir sollten die mitsingen!), ein Rockkonzert (natürlich eine portugiesische Rockband!) in der Casa da Musica, mit einer großartigen Akustik. Und auch Fußballspiele vom FC Porto habe ich mir nicht entgehen lassen! Ich bin mir sicher: Ich werde hier noch häufiger sein!

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Das Haus im Haus
Wissenswertes über das alte Pastorenhaus

72.25

Ein Haus von 1791, das schon den verheerenden Martfelder Brand von 1881 überstanden hat, ist wohl ein Denkmal. Wenn sich darin sogar ein doppelt so altes, kleineres Gebäude versteckt, ist das eine Sensation.
Am Eichenweg zeigt sich dieser ungewöhnliche Fall. Der Eigentümer sieht sich überfordert, das Denkmal zu erhalten. Ein auswärtiger Interessent wollte das Balkengefüge abbauen und wegführen. Damit war der Heimatverein- und Verschönerungsverein Martfeld herausgefordert. Ein bedeutendes Martfelder Geschichtszeugnis drohte verlorenzugehen. Denn das kleine Haus hatte Otto Homfeld, der erste lutherische Prediger Martfelds im Pfarrgarten gebaut, als er nach Luthers Vorbild heiratete und Kinder bekam. Er wollte einen sicheren Platz für seine Familie, wenn er vielleicht plötzlich starb. Die Einwilligung des Hoyaer Grafen Jobst II. zu diesem Bau war ein starkes Signal des hiesigen Reformationsgeschehens. An Pfarrwitwenhäuser dachte man noch lange nicht. Der Verdener Heinz Riepshoff, ein bekannter Spezialist für altes Fachwerk, fand das Baujahr 1535 heraus und erkannte auch die Möglichkeit, aus dem erhaltenen Inneren des Bauernhauses das ursprüngliche Pastorenwohnhaus zu rekonstruieren. In vielen Treffen des Heimatvereins, in komplizierten Verhandlungen mit dem Eigentümer, mit Denkmalbehörden und Förderern wurde nun ein Konzept erarbeitet. Die Erhaltung der gesamten Konstruktion, Pastorenhaus mit der nachträglichen Überbauung, scheint nicht möglich. Gern würde der Heimatverein den schönen Vorder- und Hintergiebel von 1791 einem hiesigen Bauherrn überlassen, der sie wiederverwenden will. Die Zuflucht der Pastorenfamilie, das kleine Haus von 1535, soll nun möglichst originalgetreu wiederhergestellt werden. Es soll auch seinen Platz im historischen Pfarrgarten behalten, von dem Otto Homfeld einst die „Wuhrt" abtrennen durfte. Die Kirchengemeinde hat dafür den Baugrund hergegeben. Vertragsgemäß muss der Heimatverein das alte Grundstück räumen, die ersten Arbeiten (s. Foto von Sabine Krzikalla) dazu haben bereits begonnen. Nach der vorsichtigen Freilegung des uralten Gebäudes wird es an Ort und Stelle ausgezimmert und dann auf herkömmliche Weise zu seinem neuen Platz verrollt werden. Denn nur unzerlegt kann es seine Denkmaleigenschaft bewahren. Martfeld stehen da noch ein paar aufregende Tage bevor. Zeitungen und Fernsehen sind schon interessiert. Das Projekt „Altes Pastorenhaus" wird vom gleichnamigen Ausschuss des HVV begleitet. Zu seinen Aufgaben gehören die Öffentlichkeitsarbeit, Begleitung der Bauphasen und die Entwicklung eines Nutzungskonzeptes.

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Überschuldetes Erbe

72.20

In manchen Fällen ist eine Erbschaft kein Grund zur Freude, insbesondere dann nicht, wenn Schulden geerbt werden. Was ist in diesem Fall zu tun?
Eine Erbschaft bedeutet, dass man in vollem Umfange in die Rechtsstellung des Verstorbenen eintritt. Man wird unmittelbar mit Eintritt des Erbfalls (=Tod des Erblassers) Inhaber sämtlicher Aktiva und Passiva. War der Nachlass des Verstorbenen überschuldet, so haftet der Erbe für diese Schulden mit seinem ganzen Vermögen. Daher ist es unbedingt notwendig, sich zeitnah nach Eintritt des Erbfalls einen möglichst genauen Überblick über das Erbe zu verschaffen. Teilweise, etwa für Bankauskünfte, muss der Erbe beim zuständigen Amtsgericht (Nachlassgericht) einen Erbschein beantragen, mit dem er sich als Erbe legitimieren und die entsprechenden Informationen bekommen kann.
Stellt der Erbe fest, dass der Nachlass überschuldet ist, so hat der Gesetzgeber für diesen Fall einen Ausweg geschaffen: die Erbausschlagung. Besonders wichtig ist dabei die Frist für die Erbausschlagung: diese beträgt 6 Wochen. Die Frist beginnt jedoch nicht mit dem Tod des Erblassers zu laufen, sondern erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis des Erben von seiner Berufung als Erbe. Der Zeitpunkt des Todes und derjenige der Kenntnis von der Erbschaft fallen häufig auseinander. Bei einer letztwilligen Verfügung (Testament oder Erbvertrag) des Erblassers wird die Kenntnis regelmäßig ab dem Tag angenommen, an dem der Erbe vom Nachlassgericht Kenntnis vom Inhalt dieser letztwilligen Verfügung erhält.
Die Ausschlagung einer Erbschaft ist auch an eine bestimmte Form gebunden. Ausgeschlagen werden muss die Erbschaft gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht. Ein einfaches Schreiben an das Nachlassgericht genügt jedoch nicht. Der Ausschlagende muss vielmehr persönlich bei dem Nachlassgericht erscheinen und dort die Ausschlagung zu Protokoll erklären oder er kann die Erbausschlagung auch gegenüber einem Notar erklären, der diese dann an das Nachlassgericht weiterleitet. Hin und wieder passiert es, dass eine Erbschaft vor ihrer Ausschlagung versehentlich angenommen wird. Dies kann etwa durch konkludentes (=schlüssiges) Verhalten geschehen, etwa indem man in eine geerbte Immobilie einzieht oder Nachlassgegenstände verkauft. Diese versehentliche Annahme kann möglicherweise wegen Irrtums oder Täuschung angefochten werden. Wenn man die Erbschaft ausgeschlagen hat, sollte man stets beachten, dass diese dann automatisch dem Nächstberufenen zufällt. Wenn z.B. die Mutter oder der Vater ausschlägt, fällt das Erbe sodann in der Regel ihren Kindern zu. Sobald diese Kenntnis davon haben, durch die Ausschlagung des Elternteils nun selbst Erben geworden zu sein, müssen sie ebenfalls binnen sechs Wochen die Erbschaft ausschlagen. Was kann man tun, wenn man die Frist für die Erbausschlagung versäumt hat?
Hier gilt das Gleiche wie für die versehentliche Annahme der Erbschaft: Der Erbe kann insoweit die Anfechtung wegen Irrtums oder Täuschung erklären, was in der Praxis häufig erfolgreich geschieht. Eine andere Handlungsalternative bei überschuldetem Nachlass und versäumter Ausschlagungsfrist ist es, als Erbe unverzüglich den Antrag auf das Nachlassinsolvenzverfahren zu stellen. Hierdurch kann die Haftung auf den Nachlass beschränkt werden, der Erbe haftet also nicht mit seinem eigenen Vermögen.
Weiter hat der Erbe auch die Möglichkeit, beim Nachlassgericht die Nachlassverwaltung zu beantragen. Auch hierdurch wird die Haftung auf den Nachlass beschränkt. Die Nachlassverwaltung hat also ebenfalls die Trennung des geerbten Nachlasses vom Eigenvermögen des Erben zur Folge.

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Friedrich Holtorf wieder gewählt
Nachfolger weiterhin gesucht

72.16

v. r.: Jürgen Hustedt, Jürgen Rosenhagen,
Ingrid Rahlmann und Friedrich Holtorf.
Friedrich Holtorf, Vorsitzender der Gemeinschaft der Selbstständigen (G.d.S.) Martfeld, forderte auf der Jahreshauptversammlung mehr Austausch und eine verstärkte Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde ein. Ein Wunsch, dem Bürgermeisterin Marlies Plate nachkam, nachdem sie über ein Förderprogramm informiert hatte, dass die Stärkung kleinerer Städte und Gemeinden in den Vordergrund rücke: „Wir werden dazu das Gespräch mit der G.d.S. suchen", kündigte sie auf der Jahreshauptversammlung der G.d.S. im Gasthaus Dunekack in Kleinenborstel an.
In seinem Jahresbericht hob Friedrich Holtorf das Alleinstel- lungsmerkmal des Service-Busses hervor, dessen ehrenamtliches Fahrer-Team die Fahrgäste aus den umliegenden Gemeinde direkt von zuhause abhole, zum Einkaufen fahre und anschließend wieder nach Hause bringe. „2019 haben wir so 638 Personen befördert", freute sich Holtorf. Das seien rund 16 Prozent mehr als im Vorjahr, sagte er und dankte der Fahrer-Mannschaft für ihren Einsatz. Anhand vieler Bilder illustrierte der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Rosenhagen anschaulich, was die G.d.S in der Vergangenheit geleistet habe. „Wir hatten auch keine Zeit, aber wir haben es gebacken gekriegt", appellierte er an die jüngeren Mitglieder in der Runde, sich für ein Vorstandsamt begeistern zu lassen. Bei den Wahlen blieb dennoch vorerst alles beim Alten: Friedrich Holtorf wurde für ein weiteres Jahr als Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Bis zum kommenden Jahr müsse sich aber auf jeden Fall ein Nachfolger finden, unterstrich Heiner Rahlmann, der die Wahlen leitete. Für zwei Jahre wurden Jürgen Rosenhagen, Ingrid Rahlmann (stellvertretende Schatzmeisterin) und Jürgen Hustedt (stellvertretender Schriftführer) wieder gewählt. Zur Ersatz-Kassenprüferin bestimmte die Versammlung Carotin Wolters. Wirtschaftsförderin Uta Seim-Schwartz erläuterte, dass im Gewerbegebiet „Am Funkturm" alle Flächen belegt seien. „Bei den Gewerberäumen sieht es genau andersherum aus", erklärte sie und spielte damit insbesondere auf den leer stehenden, ehemaligen Netto-Markt an, für den immer noch keine Nachnutzung gegeben sei. „Die Bereitschaft, etwas im Einzelhandel zu machen, ist im ländlichen Raum schwierig", konstatierte sie.

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Plattenspezialisten krönen Meister
Tischtennissparte mit starkem Jahresauftakt

72.14

Die Tischtennissparte richtete, wie jedes Jahr am Samstag nach Neujahr, ihre Vereinsmeisterschaften aus. Die Frauen brachten leckeren selbstgebackenen Kuchen und frisch gekochten Kaffee mit, die Herren kümmerten sich um den Aufbau, und so verwandelte sich die Halle in einen absoluten Wohlfühlort für alle Protagonisten und Zuschauer.
Schon lange vor dem Beginn spielten sich die vermeintlichen Favoriten, um Rüdiger Maatz und Guido Bormann ein, für die Krone der Vereinsmeisterschaften. Bei knapp 20 Teilnehmern wurde in Fünfer-Gruppen gespielt, bei denen sich die ersten drei für die K.0.-Runde qualifizierten, Spieler der 1. Herren waren als Gruppenkopf gesetzt. Die Frauen entschieden sich die Herrengruppen aufzumischen. Die vermeintlichen Underdogs witterten bei bis zu vier Punkten Vorsprung gegen die Favoriten so ihre Chance und kämpften um jeden Ball.
Ein Spieler der 1. Herren japste: „Man darf bei diesen Spielen nicht nachlassen und muss immer bei 100 Prozent sein". Hochinteressante und spannende Matches mit spektakulären Ballwechseln waren zu sehen, welche die Zuschauer immer wieder begeistert klatschen ließen. Letztendlich, trotz des Vorsprungs, standen sich im Finale Spieler der 1. Herren gegenüber, bei dem Rüdiger Maatz gegen Guido Bormann die Oberhand behielt und sich die Krone der Vereinsmeisterschaften aufsetzen konnte.
Im Doppel-Mixed, bei dem Frauen und Männer zusammen ein Doppel bildeten, bewiesen ebenfalls Rüdiger Maatz mit Bernd Wedemeyer gegen Sven Renken und Michael Gläser die stärkeren Nerven. Spartenleiter Jan-Christoph Menke resümierte zufrieden: „Wir sind und bleiben eine starke Sparte, das haben wir heute wieder gezeigt!"

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TSV Martfeld: Neue Polo-Shirts
Mannott Metallrecycling unterstützt die I. Herren

72.13

Dank Mannott Metallrecycling läuft die Erste Herren des TSV Martfelds nun wieder einheitlich bei ihren Feiern und Festen sowie zum wöchentlichen Treffen zu den Spielen auf. Mannschaft und Trainerteam bedanken sich bei Timo Mannott, Geschäftsführer der Mannott Metallrecycling, für diese tollen Polos.
Mannott Metallrecycling ist ein lokales Unternehmen und Partner für alle Anliegen rund um Schrott, Metall, Container und vieles mehr. Das Unternehmen ist seit über 30 Jahren im Bereich Schrott- und Metallhandel tätig.
Da mittlerweile viele verschiedene und ältere Polo-Shirts im Umlauf sind, präsentierten sich die Spieler des TSV bei den jährlichen Veranstaltungen, wie beispielsweise dem Mannschaftstag beim Brokser Heiratsmarkt, nicht einheitlich gekleidet. „Es war der Mannschaft ein Anliegen, durch ein gemeinsames identisches Outfit auch äußerlich wieder als Einheit zu erscheinen", so Co-Trainer Pascal Nagel. Nach einem erfolgslosen Saisonstart von vier Spielen ohne eigenen Dreier wurde die neue Ausrüstung pünktlich zum Brokser Heiratsmarkt 2019 übergeben. Kurios dabei war, dass man ab diesem Tag eine Siegesserie hinlegen und die nächsten fünf Spiele alle gewinnen konnte.

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Fußball-Hobbygruppe freut sich über Mitmacher
Einfach zum Spaß kicken gehen

72.12

„Wir kicken zusammen - ganz ohne Wettkampf und ohne Training", sagt Matthias Klobusch über die Hobbygruppe der Fußballerinnen und Fußballer, die sich immer mittwochs um 19 Uhr für eineinhalb Stunden zum Spielen auf dem Sportplatz des TSV Martfeld trifft. Seit zwei Jahren gibt es die Gruppe. Woher die Initiative dazu kommt? „Die Hobbygruppe war eine Idee von mir, nachdem ich nach der Schwangerschaft nicht mehr in die Damenmannschaft zurückgekehrt bin. Ich wollte aber trotzdem noch etwas Fußball spielen", erzählt Gesa Lindemann und Matthias Klobusch ergänzt: „Zielgruppe sind diejenigen, die früher einmal Fußball gespielt haben, sich für Fußball interessieren oder sich vielleicht nicht zutrauen und auch zeitlich nicht die Möglichkeit haben, in einer Mannschaft zu spielen."
Denn allein aus beruflichen und familiären Gründen sei es vielen Fußballerinnen und Fußballern mehr möglich, an regelmäßigen Trainings oder auch am regulären Spielbetrieb teilzunehmen. Dennoch wollten sie ihrem Lieblingssport aber verbunden bleiben - da sei die Hobbygruppe, die er zusammen mit Gesa Lindemann initiiert hatte, eine gute Alternative. Die Gruppe spielt in gemischten Teams. "Meistens sind wir zehn Leute und spielen fünf gegen fünf", sagt Matthias Klobusch. Wer mitmachen will, sollte 16 Jahre alt sein. Wichtig sei vor allem eines: der Spaß am Kicken.
Wer zur Hobbygruppe dazu stoßen möchte, kann sich unter an Matthias Klobusch oder an Gesa Lindemann wenden. Oder einfach auf dem Sportplatz vorbeikommen. „Wir wünschen uns Mitglieder, die Fuß fassen und ein bisschen dabei bleiben wollen", freut sich Matthias Klobusch auf neue Mitspielerinnen und Mitspieler. Vereinsmitglieder und Nichtmitglieder sind gleichermaßen willkommen.

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Altes Martfeld: Teil 1
Auf den Spuren der Vergangenheit

72.8

Eine Arbeitsgruppe des Heimat- und Verschönerungsvereins Martfeld (HVV Martfeld) hat in den letzten Jahren zwei Dorfführungen erarbeitet: „Unbekanntes Martfeld" und „Altes Martfeld". Beide Führungen werden in der „Martfeld Live" vorgestellt. „Unbekanntes Martfeld" ist bereits in den beiden letzten Ausgaben erschienen. In dieser und der nächsten Ausgabe folgen der erste Teil und der zweite Teil der Führung „Altes Martfeld". Die jeweiligen Stationen des Spaziergangs sind als Orientierungshilfe im Ortsplan von Martfeld vermerkt.





Erntefest 1977 in Martfeld: Dirk Segelke, Maler Meyer und Dieter Meyer auf dem Erntewagen

Station 1: Maler Meyer
Von 1973 - 1996 gab es den Malerbetrieb Meyer. Es war ein Ein-Mann-Unternehmen. Das Haus wurde 1979 gebaut, vorher war der Betrieb in der Hauptstraße angesiedelt. Nach dem Hausbau zog der Betrieb und die Familie in die Straße „Zur Maase 6". Herr Meyer ist gebürtiger Martfelder und hat früher am Ortende gewohnt. Seine Eltern hatten auch schon einen Malerbetrieb, den er in der 3. Generation führte. Seine Lehre absolvierte er in Affinghausen bei Maler Logemann. Als Maler hat er den Kirchturm gestrichen und auch den Mühlenkopf in 3 Farben. Um dort hinzukommen, wurden einfach Leitern auf die Galerie gestellt, heute nicht mehr vorstellbar.

Station 2: Schneiderei Steffens
Schneidermeister Heinrich Steffens fertigte wie sein Vater Kleider und Anzüge an und betrieb mit seiner Mutter zusätzlich eine Änderungsschneiderei. Sein Markenzeichen war seine Arbeitsweise: Bei Hand- und Näharbeiten saß er auf einem Tisch vorm Fenster und hatte somit einen guten Überblick auf das Geschehen. 1974 hat er das Geschäft aufgegeben und arbeitete als Verkäufer bei der Firma Horten in Bremen. Seine Mutter Käthe Steffens hat noch bis 1995 weiter als Änderungsschneiderin gearbeitet. Ihre Ur-Enkelin, die in Hamburg Mode-Management studiert hat, hat in der alten Schneiderwerkstatt ein Geschäft mit einer Sportmode-Kollektion eröffnet.
Kleidung wird aus alten Fischernetzen und aus Algen hergestellt und über das Internet vertrieben.

Station 3: Rudolf Bode
Lehrer Bode im Gespräch mit Hans Meyer auf dem Erntefest 1977.
Rudolf Bode kam 1934 im Alter von 28 Jahren nach Martfeld. Er ist hier bis zu seinem Tode, 1988, geblieben, also insgesamt 54 Jahre, davon 37 als Lehrer. Er hat in Martfeld seine erste feste Anstellung als Hilfslehrer bekommen und wurde hier später Schulleiter. Die ersten Jahre musste er sich Geld hinzuverdienen, indem er im Kino (Gasthaus Soller) bei Stummfilmen Klavier gespielt hat. Rudolf Bode war ein Dorfschulmeister im besten Sinne. Er war nicht nur Lehrer, sondern förderte das kulturelle Leben in Martfeld in vielen Bereichen. So leitete er über Jahrzehnte den „Männergesangverein Germania". Dieser Chor traf sich nicht nur wöchentlich zu Chorproben, sondern spielte jeweils um die Neujahrszeit große Operetten wie z. B. jm weißen Rössel". Diese Aufführungen waren in Martfeld das gesellschaftliche und kulturelle Ereignis des Jahres. Bereits 1949 gründete Rudolf Bode einen Besucherring des Theaters am Goetheplatz in Bremen. Später kamen weitere Bremer Spielstätten dazu.
Der Besucherring existiert unter der Leitung von Dieter Zander im Grunde bis heute. Daneben organisierte Bode jährlich Gemeindeausflüge. Auch für das Deutsche Rote Kreuz, dessen Ortsgruppe seine Frau leitete. Diese Ausflüge führten in der Folgezeit auch ins benachbarte Ausland, dann auch über mehrere Tage. Auch auf dem Gebiet der Geschichts- und Heimatforschung betätigte er sich. Bereits 1935 legte er zu seiner 2. Lehrer-Prüfung eine kleine Chronik seines Geburtsortes Klein-Berkel vor. Mit Gründung des Heimat- und Verschönerungsvereins Martfeld e.V. (HVV) 1976 übernahm Rudolf Bode den Vorsitz im Geschichtsausschuss dieses Vereins. Er blieb dies bis zu seinem Tod 1988 und war somit an der Entstehung der ersten drei Bände der Schriftenreihe des HVV maßgeblich beteiligt. Auf Initiative des HVV erhielt Rudolf Bode 1986 zu seinem 80. Geburtstag das Niedersächsische Verdienstkreuz.

Station 4: Tierarzt Steiner
Das Haus des Tierarztes Steiner
Dr. med. vet. Kurt Steiner kam 1946 nach Martfeld. Er wurde am 30.03.1914 in Ostpreußen geboren und verstarb im Alter von 54 Jahren am 12.04.1968. Seit 1948 war er mit Irmgard geb. Lackmann aus dem Alten Schulweg verheiratet. 1950 wurde das Haus gebaut und dort wurde die Tierarztpraxis bis zu seinem Tod betrieben. Die Tierarztpraxis wurde zusammen mit Achim Schulz fortgeführt, dessen Frau war Zahnärztin in Martfeld. 2011 wurde das Haus verkauft und Irmgard verstarb 2012. Herr Steiner war im 2. Weltkrieg als Tierarzt für die Kriegspferde eingesetzt. Nach Kriegsende wurde er durch einen ehemaligen Mitstudenten aus Hannover auf Martfeld aufmerksam, weil dort ein Tierarzt fehlte. Kurz: Er war ein einfacher, bodenständiger Mensch; er legte keinen Wert auf seinen Titel.



Station 5: Tischler Horstmann
Die Firma Horstmann betrieb eine Stellmacherei in der Straße Zur Maase. Das alte imposante Strohdachhaus wurde 1949 abgerissen, verkauft und durch einen Neubau und eine große Werkstatt-Halle ersetzt. Dort wurden neben Stellmacherarbeiten auch immer mehr Tischlerarbeiten verrichtet. Das Geschäft lief gut, teilweise arbeiteten hier fünf Personen. Nachdem der letzte Inhaber Rudolf Horstmann 2009 verstarb, wurden die Halle und das Haus an einen Verdener verkauft, der in der Halle Camping Wagen untergestellt hat. Das alte Wohnhaus hat ein Martfelder gekauft, der eine Wohnung selbst bezogen und die andere vermietet hat.

Station 6: Ellinghausen -Kreissparkasse
Im rechten Teil des Gebäudes von Dirk Runde befand sich bis 1980 die Kreissparkasse Martfeld, untergebracht in zwei Zimmern. Vorne im ersten Zimmer war der Kassenraum mit einer Kunden-Theke, das zweite hintere Zimmer wurde als Buchungszimmer und gleichzeitig als Aufenthaltsraum für die drei Angestellten der Zweigstelle (ein Kassenleiter und zwei Angestellte) genutzt. Wasser für das Handwaschbecken musste man sich täglich vom Vermieter holen. Der Gang zur Toilette war etwas schwierig, man musste über den Hof in ein gegenüberliegendes Stallgebäude gehen, wo sich dann am Ende eines langen Ganges ein Plumpsklo befand. 1980 zog die KSK in ein neues Gebäude an der Hauptstraße.

Station 7: Wolkenhauer
Das ehemalige Wolkenhauer-Gebäude im Eichenweg
Das erste Ladengeschäft betrieben Lise und Willi Wolkenhauer als Fischgeschäft zunächst neben dem Pastorenhaus von 1535 und wechselten dann ins Nebengebäude des ehemaligen Pastoren- und Witwenhaus im Eichenweg 6. 1952 wurde das Geschäft in die Schulstraße verlegt, wo 1967 die Landschlachterei Wolkenhauer von Horst Wolkenhauer, der Schlachter gelernt hatte, gegründet wurde. Da man keinen zweiten Kühlraum schaffen wollte, wurde das Fischgeschäft aufgegeben und nur die Schlachterei weitergeführt. Seitdem hat sich die in Martfeld ansässige Firma auf die Herstellung und den Vertrieb von Hausmacher-Wurst und Knipp spezialisiert. Dazu wird grundsätzlich nur Schwein verwendet. Zu besten Zeiten sind hier 15 Schweine in einer Woche geschlachtet worden, um anschließend als Kotelett und Wurstscheibe auf die Teller zu kommen. Es gab einen Kessel, der ausschließlich zum Knipp-Kochen verwendet wurde und in dem rund 250 Kilogramm der deftigen Spezialität zubereitet werden konnten.
Die Landschlachterei war bis zum Jahr 2015 im Besitz von Werner Wolkenhauer und wurde dann an die Familie Warnke verkauft, die den Betrieb in Martfeld weiterführt und jede Woche auf zahlreichen Wochenmärkten vertreten ist.

Station 8: Lebensmittelladen Heinrich Jung und Rolf Jung
Hier in der Schulstraße hatte der Lebensmittelladen von Horst und Rolf Jung seinen Sitz.
Das 1. Ladengeschäft aus dem Jahr 1928 lag in der Westernheide ("Dorfstr."). In diesem Gebäude befanden sich u. a. der Friseursalon Scharnhorst und danach der Friseursalon Büscher sowie der Schneider Horst Röser. 1955 erfolgte der Umzug in die Schulstraße gegenüber von Wolkenhauer und im Jahr 1967 der Neubau des Ladengeschäfts in der Westernheide 4. 1997 wurde das Geschäft geschlossen.

Wilfried Nordbruch, Dr. Rainer Paape, Ute Rutkowski-Paape, Anneliese Schlake und Krimhild Wulf



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„Weil ich Lust drauf hab
Olaf Seebode will mit zwei Jugendlichen 2.500 Kilometer auf dem Jakobsweg wandern

72.6

Eine Spur von Aufregung und zugleich auch Anspannung lag in der Luft, als sie im Februar von ihren Plänen berichteten: Olaf Seebode und der 15-jährige Lukasz waren bereit für ihr zweites gemeinsames Abenteuer. Mit den Eseln Sjord und Larry sowie Hündin Fussel und dem Jugendlichen Finn machten sie sich am 1. März in Martfeld auf, um durch Deutschland, Frankreich und Spanien zu wandern - auf dem berühmten Jakobsweg. Rund 2.500 Kilometer wollten sie unter die Füße nehmen und mit ihren tierischen Begleitern bis nach Finisterra in Spanien gelangen. „Wir haben uns rund 15 Kilometer pro Tag vorgenommen", erzählt Olaf Seebode. Als sonderpädagogische Maßnahme konzipierte er bereits die erste Pilgerreise im Jahr 2018, die 1.000 Kilometer lang war und die beiden auf dem nördlichen Jakobsweg, dem Camino Norte, vom Startpunkt in Südfrankreich bis nach Spanien führte. Sie hatte positive Effekte auf seinen Schützling Lukasz: Er zog danach aus dem Heim zu Olaf Seebode nach Martfeld in eine neu geschaffene Erziehungsstelle, besuchte wieder die Schule und absolvierte gerade in den letzten Monaten erfolgreich mehrere Praktika. Lukasz erfuhr von seiner Umwelt nach der ersten Wanderung viel Respekt für seine Leistung.
„Das war für ihn etwas Besonderes", weiß Olaf Seebode. Warum er noch einmal auf eine große Reise zu Fuß gehen will? Lukasz antwortet kurz und knapp: „Weil ich Lust drauf hab. Und weil mir da keiner auf die Nerven geht." Rund ein halbes Jahr werden sie unterwegs sein. Trainiert haben sie bereits: „Wir haben schon sechs Touren über mehrere Tage gemacht", berichtet der Erzieher. Dabei haben sie unter anderem getestet, wie sie das Gepäck am besten auf die Rücken der Esel verteilen und wie das Laufen mit den Tieren klappt. Dass sie diesmal mit Eseln unterwegs sind, heißt aber nicht, dass sie mehr Gepäck mitnehmen. „Jeder von uns hat etwa zehn Kilo in seinem Rucksack", sagt Olaf Seebode. Auch Hund Fussel ist das Leben auf Schusters Rappen gewohnt. Mit seinem Herrchen ist er schon einmal die 2.500 Kilometer gelaufen. Diesmal soll die beiden ein weiterer Jugendlicher auf der Pilgerreise begleiten:
Das Konzept von Olaf Seebode überzeugt die beteiligten Jugendämter offenbar. Was die Wanderung damals bewirkt hat und auch jetzt wieder erreichen soll, bringt Olaf Seebode auf den Punkt. „Die Jugendlichen sollen wieder ein Bewusstsein für elementare Dinge bekommen." Dafür, dass es schön ist, wenn man es warm und trocken hat und etwas zu essen auf den Tisch kommt. Ein Spaziergang wird die Tour nicht: „Wer da nicht an seine Grenzen kommt, ist das Ding nicht gelaufen", weiß Olaf Seebode nur zu gut. Den weiten Marsch hat er generalstabsmäßig vorbereitet, hat mit dem Veterinäramt alle Nötige geklärt, die besondere Pilgerreise bei den Botschaften und allen beteiligten Behörden angemeldet. Meistens wird er mit seinen Schützlingen draußen übernachten, unter einem Zeltdach in freier Natur. „Wir wollen aber alle vier bis fünf Tage Wanderreitstationen erreichen. Das Ganze soll ja keine Tortur werden", sagt der Martfelder.

Bevor sie starteten, legten Lukasz, Olaf Seebode und die Tiere mehrere Übungswanderungen ein.
Nach einem Bericht in der Radio Bremen-Sendung „buten un binnen" haben ihm zahlreiche Menschen über das soziale Netzwerk Facebook ebenfalls Unterkünfte angeboten. Zudem wollen sich die Wanderer auch immer wieder mit den Orten befassen, durch die sie laufen: jm französischen Grenzgebiet wollen wir uns mit den Soldatenfriedhöfen beschäftigen, in Guädelon vielleicht beim Bau einer mittelalterlichen Burg mithelfen", sagt Olaf Seebode. Und auch der Glaube spiele eine wichtige Rolle: „Du kriegst bei so einer Reise einen anderen Bezug zur Religion", findet der Erzieher. „So etwas geht nur mit einer kleinen Hilfe von oben." Eigentlich wollten sie erst rechtzeitig zum Brokser Heiratsmarkt wieder nach Martfeld zurückkehren. Mitte März haben Erzieher Olaf Seebode sowie die Jugendlichen Lukasz und Finn die 2.500 Kilometer lange Wanderung aufgrund der Corona-Krise abbrechen müssen. „Wir waren am Anfang des Teutoburger Waldes und gerade richtig gut in den Tritt gekommen", berichtet Olaf Seebode. Er habe dann zwei Tage lang mit seinem Chef überlegt, wie sie weiter verfahren.
„Wir haben dann beschlossen, dass es das Vernünftigste ist, das Ganze zu Hause abzuwarten. Vor allem im Hinblick darauf, dass das ja eine Maßnahme der Jugendhilfe ist", so Seebode. Zudem seien sie noch in einer Entfernung gewesen, aus der sie problemlos abgeholt werden konnten - samt der Esel Sjord und Larry sowie Hündin Fussel. „Wir warten nun die Sache hier ab. Sollten die Maßnahmen greifen, dann nehmen wir die Tour genau da wieder auf, wo wir sie beendet haben. Im Notfall lassen wir uns noch ein Stück weiter bringen. Aber wir haben fest vor, das Ganze noch zu vollenden. Aber in einer Situation wie dieser ist es erst einmal sinnvoll, wenn jeder zu Hause verweilt", sagt Olaf Seebode.

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Rund um das DGH
Thomas Holle möchte die Gastronomie im Dorfgemeinschaftshaus übernehmen

72.4
Das Vorhaben, in Martfeld ein Dorfgemeinschaftshaus auf die Beine zu stellen, konkretisiert sich immer weiter. „Wir haben mit Thomas Holle einen Pächter für die Gastronomie gefunden", freut sich Heiner Rahlmann, Vorsitzender des Fördervereins Kirsteins Hoff. „Ich war auf der Suche nach dem richtigen Ort", berichtet Thomas Holle. Der gelernte Fleischermeister betreibt in Schwarme einen Catering-Service und hat bereits viele Pläne, die er in Martfelds Ortsmitte umsetzen möchte. „Wir wollen einen Treffpunkt für Alt und Jung schaffen, für Senioren einen Mittagstisch anbieten und diesen beispielsweise mit dem Angebot des Servicebusses verbinden", erzählt Holle. Er wolle gemeinsam mit seiner Frau Stephanie Privatfeiern jeglicher Art offerieren - „Geburtstage, Konfirmationen, Beerdigungskaffees, Taufen", zählt er auf. Auch eine kleine Karte soll es abends geben. „Außerdem planen wir Motto-Büfetts passend zu den Theaterstücken und einen Brunch am Sonntag", sagt Thomas Holle. Ob er all diese Pläne in die Tat umsetzen kann, hängt nicht zuletzt davon ab, ob der Förderverein Kirsteins Hoff das Projekt finanzieren und damit realisieren kann.
„Wir haben 700.000,0 € beim Amt für regionale Landesentwicklung beantragt", sagt Heiner Rahlmann. Auch Andre Habekost und seine „Emhuser Plattschnackers" hoffen auf eine Fördersumme in Höhe von 700.000,0 € durch das Amt für regionale Landesentwicklung, um aus der Scheune auf dem Hof Kirstein ein Theater zu machen. Der Bauantrag sei gestellt und in Arbeit, so Heiner Rahlmann. Mit einer Antwort und einem Förderbescheid rechnen beide Vereine im April.
Was Heiner Rahlmann indes noch fehlt, sind weitere Mitglieder für den Förderverein, um zu sehen, dass das gesamte Dorf hinter dem Projekt „Dorfgemeinschaftshaus" stehe. „Der Tenor im Ort ist, dass die Leute sagen: "Wir machen mit". Sie wollen aber vorher wissen, ob das Projekt überhaupt umgesetzt wird, beschreibt Heiner Rahlmann die knifflige Situation. Man würde zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Beiträge einziehen, sagt der Vorsitzende. Erst wenn das Projekt tatsächlich realisiert würde, seien diese fällig. Der Verein wünscht sich deshalb viele Eintritte, um damit noch mehr Rückhalt in der Bevölkerung zu gewinnen. Zusammen mit dem Heimat- und Verschönerungsverein Martfeld will er deshalb auch das „Mitbringfrühstück" auf dem Hof Kirstein wiederholen. „An diesem Tag haben dann alle Interessierten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich das ganze Objekt anzusehen", so Heiner Rahlmann. Wann genau das Frühstück stattfinden kann, stehe aufgrund der derzeitigen Corona-Situation aber noch nicht fest. "Bernd Bormann, Christa Gluschak und Torsten Beneke aus dem Rathaus unterstützen uns ohne Ende", freut sich Heiner Rahlmann. Aber der Gemeinderat habe sich noch nicht bei ihm gemeldet und seine Hilfe angeboten.
„Dabei machen wir das hierja nicht für uns, sondern für das ganze Dorf", unterstreicht der Vorsitzende, der deutlich macht: „Wir brauchen eine Garantie des Gemeinderates für einen jährlichen Zuschuss." Dessen Höhe hänge aktuell noch von einigen Unwägbarkeiten ab. So sei noch nicht klar, in welcher Höhe Zuschüsse aus weiteren Töpfen fließen könnten. Während das Theater sich aus eigener Kraft über die Eintrittsgelder finanzieren könne, sei der Förderverein Kirsteins Hoff für das Dorfgemeinschaftshaus auf Unterstützung angewiesen, so Rahlmann. „Wir dürfen unsere Mitgliedsbeiträge nicht für Zins und Tilgung nutzen, da wir sonst unsere Gemeinnützigkeit verlieren würden", sagt der Vorsitzende. Eigentlich sollte er das Projekt auf der anstehenden Gemeinderatssitzung präsentieren. Diese ist jedoch aufgrund der Corona-Krise vertagt worden. „Wir haben deutlich gesagt, dass wir uns eine Beteiligung vorstellen können", erklärt Bürgermeisterin Marlies Plate auf Nachfrage. Bislang aber wisse man als Gemeinderat keine Details. „Wir haben darauf gesetzt, dass man uns das im Rat noch genauer vorstellt. Wir wollen das unterstützen. Aber dazu fehlen uns noch Informationen und ein Konzept", erklärt Marlies Plate. Wenn das Thema auf die Agenda des Rates gehoben werde, solle das im öffentlichen Teil geschehen, unterstreicht sie.
Für Heiner Rahlmann steht fest: „Ohne die Gemeinde geht's nicht."

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